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#51 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 10.01.2010 21:50

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geil...weiter xD

#52 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 10.01.2010 22:07

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*rofl* Oh mein Gott! Nach diesem gemütlichen, sinnlich knutschendem Kapitel so ein Ende! Echt der Kracher - ich glaube, er hätte sich lieber über Hermine verwandelt ;)

#53 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 11.01.2010 07:33

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Oh das glaube ich aber auch:))

#54 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 11.01.2010 18:18

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Kapitel 7 - Humiliatus Totalus

Einen verrückten Moment lang regierte das absolute Chaos im Gryffindor-Schlafsaal.
Von allen Seiten hagelte es Schreie.
„Es ist Malfoy!“, heulte Neville Longbottom und verschwand unter seinem Bett.
„Ron, sag dass das nicht wahr ist!“, rief Seamus Finnegan. Sein Gesichtsausdruck deutete auf unterdrückte Hysterie hin.
„Oh Gott“, wiederholte Dean Thomas inbrünstig in einer Endlosschleife. „Oh Gott... Oh Gott.“
Harry erstarrte vor Schreck. „Gib mir dein Bettlaken!“, verlangte Draco entschieden. „Sofort!“
Ron saß nur da und starrte ihn an.
„Fluffy?“, sagte er schließlich. „Fluffy?“
Seamus zitterte mittlerweile.
„Bitte, bitte, lass das keinen Kosenamen sein...“
„Oh Gott“, sagte Dean mit sogar noch tieferer Eindringlichkeit.
„Mach so weiter, Thomas. Ich bin sicher, eines Tages erhört er dich.“ Draco zerrte die Bettlaken von Rons Bett und bedeckte endlich seine Blöße. Und keinen Augenblick zu früh. Diese Gryffindors standen wohl auf unziemliches Anstarren.
Da fühlte Mann sich doch irgendwie ganz nackt.
„Malfoy?“, fragte Harry schließlich.
Draco blickte hinüber und sah, wie blass er war.
„Fall nicht in Ohnmacht, Potter. Ich bin nicht hier, um dich zu vergewaltigen.“
„Wen willst du denn hier vergewaltigen?“ Mittlerweile war Seamus’ Stimme schrill geworden.
„Oh Gott“, sagte Dean.
Sie starrten noch immer alle Draco an. Er begann, das Laken um seine Taille zu knoten.
Muss denken. Muss planen.
Punkt Eins: Wieder menschlich. Das ist gut. Das ist ganz entschieden gut.
Punkt Zwei: Im Gryffindor-Turm. Schlecht, schlecht, schlecht. Sogar noch schlechter.
Punkt Drei: War nackt in Weasleys Bett. Kann mich waschen und waschen und werde doch nie wieder sauber sein. Oder aus den Schlagzeilen.
Punkt Vier: Kleidung. Muss irgendwie... an Kleidung kommen.
„Was hast du getan!“, brüllte Ron und packte Draco aus heiterem Himmel um die Mitte.
Erschreckt ging Draco mit einem Knall zu Boden. Ron fiel auf ihn, und begann auszuholen.
„Sie ringen“, lallte Seamus im Tonfall von jemandem, der sich schon weit jenseits des Traumas befand. „Sie spielen primitive, kleine Spielchen, sie – “
„Seamus!“ schnappte Harry. „Du bist keine große Hilfe!“
Seamus schien auch schon jenseits des Hörverständnisses angelangt zu sein. „Ich glaube, er sitzt mit gespreizten Beinen auf ihm.“
„Oh Gott“, sagte Dean, der Sprung in der Schallplatte mit dem Sprung im Gehirn.
„Runter von mir!“, knurrte Draco, dem immer deutlicher bewusst wurde, dass sein Laken nicht sehr sicher war. „Das ist alles deine Schuld, Weasley. Wenn du mich nicht geküsst hättest...“
Punkt Fünf: Hab ich das gerade laut gesagt?
Punkt Sechs: Hab ich. Um Thomas zu zitieren: Oh Gott.
„Oh bitte“, keuchte Seamus. „Keine Details. Ich flehe euch an.“
„Seamus!“, stotterte Ron. „Du glaubst doch nicht etwa, ich sei – du kannst dir unmöglich einbilden –“
„Nun, ich bin sicher, es gibt eine Menge harmlose Erklärungen dafür, dass du... mit einem nackten Malfoy im Bett liegst“, meinte Harry schwach. „Ich – ich, das könnte so eine Art Massenhalluzination sein. Oder! Wir sind alle auf Drogen.“
„Sei auf allem, was du gerne möchtest – nur nicht auf mir“, schnappte Draco. „RUNTER!“
Die sich darauf hin offensichtlich entwickelnde schmutzige Fantasie ließ Seamus vom Bett fallen.
„Viele unschuldige Erklärungen“, murmelte Harry schwach. „Oh, wenn mir bloß eine einfiele...“
Seamus, jetzt auf dem Fußboden, wiegte mit dem Oberkörper vor und zurück.
„Malfoy trägt ein Laken, und Ron will nicht von ihm runter, und Ron wird ganz schwitzig, und ganz wild vor tierischer Lust...“
„Jesus, Finnigan, du musst öfter mal ausgehen“, erwiderte Draco. „Und du musst RUNTER von mir, Weasley. Oder ich erzähle Chang davon.“
Ron sah verständnislos aus.
„Woher weißt du –“
Gedankenverloren und zu Dracos Erleichterung krabbelte er von ihm runter und stand auf.
Draco stand auf, glättete sein Laken, und spendierte ihnen allen sein traditionell spöttisches Slytherin-Grinsen. Ihm war natürlich bewusst, dass diese hochmütige, verächtliche Haltung besser zur Geltung kam, wenn er angezogen war. So war das halt mit diesen Dingen.
„Malfoy!“, sagte Harry und traf endlich den Ton Heldenhafter Gerechter Empörung. „Was du hast da mit Ron gemacht?! Ich verlange eine Antwort!“
„Aber bitte keine explizite“, betonte Seamus.
„Ich hab gar nichts mit Ron gemacht!“
Ein Gurgeln von „Jetzt sind sie schon beim Vornamen“ kam von Seamus.
„Hört mal, es ist alles ganz einfach. Wir waren im Bett – nein, wartet – dann war da der Kuss – Moment mal, aber das kam nach dem – meine Kleider waren im Badezimmer – aber das ist nicht wichtig und – ich hatte sie sowieso seit Ewigkeiten nicht mehr an...“
„Oh Gott.“
„Halt’s Maul, Thomas. Und dann hat er mich hier auf den Boden geworfen, aber wartet … Ich meinte damit nicht – ich hab den Rattenteil ausgelassen …”
„Auch noch Tiere! Ron, wie konntest du!“, schrie Seamus.
„Nein, nein, seht doch, es ist alles in Ordnung. Es ist ja nicht so, als ob ich noch nie in Rons Bett gewesen wäre – ich meine, ich war schon monatelang drin... wenn ich nicht in Harrys oder Hermiones war und... Herr im Himmel, will mich denn keiner zum Schweigen bringen?“
Zum ersten Mal in seinem Leben fand sich Draco Malfoy sprachlos.
Er sah herum in die blassen, geschockten und angeekelten Gesichter.
„So“, endete er fröhlich, „ich hoffe, das hat jetzt alles aufgeklärt. Und jetzt lasst uns nie wieder davon sprechen.“
„Malfoy, du bist eine verrückt gewordene, lügende, bösartige, nackte Person“, meinte Harry aus tiefster Überzeugung.
„Ich brauch eine Dusche!“, rief Ron auf einmal aus.
„Du brauchst eine Dusche“, bemerkte Draco. „Versuch mal, dich Monate lang nur mit der Zunge zu waschen.“
„Oh... würg....“
Seamus’ Horror hatte offensichtlich den Punkt völligen Verlustes sprachlicher Ausdrucksfähigkeit erreicht.
„Und was ist mit deinen Haaren los?“, forschte Neville, der unter seinem Bett nicht so schnell mit der ganzen Situation mitkam.
Draco spürte plötzlich zu seinem Entsetzen, dass etwas auf seine Schultern fiel, diese bedeckte und sich um seinen Hals schmiegte.
Sein Haar war ungebürstet! Ungegelt! Ungekämmt!
Vor den Gryffindors!
Jetzt hatte er wirklich genug. Nackt sein war eine Sache. Schlecht gepflegt eine völlig andere.
„Ich geh nach Hause“, verkündete er.
„Oh, Gott sei Dank“, sagte Dean mit geringfügig veränderter Sprachformel.
„Oh nein, tust du nicht!“, rief Ron.
Seamus gab ein entsetztes Stöhnen von sich.
„Ich meine, hör mal, warte, du warst in meinem Bett!“, brüllte Ron. „Ich meine – Ratten-Diebstahl! Sexuelle Belästigung! Entwürdigung!“
„Davon träumst du doch wohl nur“, schnappte Draco.
„Malfoy“, sagte Harry streng, „ich denke, du schuldest uns eine Erklärung.“
Er stand auf. Draco hätte ihm sagen können, dass ein tapferes Aussehen in einem zu kleinen Pyjama verlorene Liebesmüh’ war, entschied sich aber, in Anbetracht seiner eigenen Laken-Lage besser den Mund zu halten.
„Und ich werd dir alles geben, was du verdienst“, antwortete er glatt. „Morgen.“
Das hätte er nicht sagen sollen. Aber zur Hölle, er war ein Malfoy, er konnte nicht anders.
Schuld waren seine Vorfahren.
Er winkte Ron kokett zu.
„Bis bald, Süßer.“
Bei dem Keuchen, das aus allen Kehlen drang, verzog sich sein Mund zu einem Lächeln. Dieses Lächeln blieb, als er Longbottoms verängstigte Frage hörte: „Ist er weg?“
Das Lächeln entglitt ihm erst, als er begriff, dass er wohl besser ein paar Roben hätte erbetteln oder stehlen sollen.
Oh Gott, er trug ein Laken.
Oh Gott, bitte, bitte. Er durfte auf keinen Fall irgend jemandem über den Weg laufen.
Er musste wie ein kompletter, absoluter Trottel aussehen.
*
Hermione hatte das Buch hochgehoben, das sie im Gemeinschaftsraum liegen gelassen hatte, als sie die Treppe hoch schaute und ihn sah.
Er sah aus wie ein menschgewordenes Schwert aus Mondlicht auf den nächtlichen Stufen. Die Haare in dieser unmöglichen Farbe unschuldiger Kindheit, zu lang geworden, in Locken, die sich an seinen Nacken und seine Wangen schmiegten. Ein weicher Schwung fiel in seine Augen, die mit der blendenden Unfassbarkeit silbrigen Lichtes auf dem Wasser glitzerten. Das Mondlicht musste von einem Renaissance-Bildhauer geschaffen worden sein, um jede Fläche seines Gesichtes in strengen Kanten und erschreckend perfekt zu beleuchten. Seine Wangenknochen und der Kieferbogen waren glatt wie Messerklingen. Jahrhunderte der Aristokratie hatten Nase, Kinn und Stirn geformt, sich wie ein Ornament in elegante Kurven zu neigen.
Seine Haut hatte die gleiche Farbe wie Marmor, was seltsam gut zu den scharf abgesetzten Linien passte, die seinen Hals, seine Brust und seine Arme zeichneten. Es war eine Schönheit, die wie gemeißelt schien, wie eine griechische Statue; eine Verherrlichung der Stärke in einer Form, die zerbrechlich wirkte wie der Stiel eines teuren Weinglases. Die gemeißelte Höhle am Ansatz seines langen Halses, der schlanke Bogen seines Schlüsselbeins und der gerundete Anstieg zu seinen Schultern sah einfach viel zu sorgfältig geformt aus, um irgend etwas anderes als schrecklich zerbrechlich zu sein.
Weißes Material schmiegte sich um seine schlangengleichen Hüften. Dieser Aufputz schien absolut natürlich für einen solch zarten Moment der Schönheit, blass und lieblich, wie eine zitternde Kerzenflamme.
Dann blinzelte sie gegen das Mondlicht und setzte die Teile dieses Gesichtes zusammen zur Wiedererkennung statt zur ästhetischen Bewunderung, und begriff, dass es sich um Draco Malfoy handelte.
Verdammt noch mal!
Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf.
„Malfoy!“
Er trat vor, mit der arroganten Grazie eines jungen Kaisers in sein Laken gehüllt.
Moment mal, das Laken?
Es sah aus, als versuchte Malfoy, in einer beschwichtigenden Weise zu lächeln, die ganz entschieden seltsam an ihm wirkte.
„Nun, Hermione –“
Hermione benötigte ein paar Minuten, um zu begreifen, dass das ihr Name war, und es daher eine durchaus angemessene Sache, sie so zu nennen – so unpassend es auch von seinen Lippen klang.
„Was tust du hier – du kommst aus dem... Jungen-Schlafsaal... trägst... eins der Gryffindor-Laken? Worin bist du hochgekommen? Nein, beantworte das nicht... Malfoy, du wirst seit über einem Monat vermisst!“
Malfoy zuckte irgendwie hilflos mit den Achseln.
„Uh. Sieh mal, es gibt Gründe dafür –“
„Drogen?“, fragte Hermione nachdrücklich. „Dunkle Zauber gegen Harry? Eine Art – Liaison – mit Neville Longbottom?“
Malfoy sprang beinah aus seinem Laken.
„Urgh! Urgh, wie unbeschreiblich eklig! Hör mal, ich könnte was viel besseres kriegen als ausgerechnet Longbottom.“ Er sah mürrisch aus. „Ich bin ganz entschieden der Meinung, dass ich zumindest eine Dean-Thomas-Bewertung verdiene!“
„War das ein Geständnis?“
„Uuurgh!“, Malfoy atmete tief aus und ein, um sich selbst zu beruhigen. „Absolut nicht. Ehrlich, liest du insgeheim Pornos hinter der ‚Geschichte Hogwarts’? Weil du für eine angeblich der Gelehrsamkeit gewidmeten Schülerin eine echt schmutzige Fantasie hast. Erst sich in Professor Loveheart verknallen, und jetzt das...“
Hermione legte eine Hand auf ihre Hüfte.
„Das ist genau die Sorte abscheulicher Sachen, die ich von dir zu hören erwarte, Malfoy.“
„Schön, dass ich dich nicht enttäuscht habe.“
„Aber... warte... Woher weißt du, dass ich die ‚Geschichte Hogwarts’ gelesen habe?“
Malfoy sah entschieden verschlagen aus, ein vertrauter Anblick, für den Hermione ziemlich dankbar war.
„Ummm – hat das nicht jeder?“
„Nun, Malfoy, ich wusste nicht, dass du lesen kannst.“
„Hey, ich verdiene meine Noten nicht nur durch Verführung der Lehrer mit meinem vielgepriesenen guten Aussehen.“ Er grinste frech. „Wer hat soviel Zeit? Und überhaupt, wenn man an Professor Flitwick denkt – wer hat die Absicht?“
Hermione hatte nie darauf geachtet, ob Malfoy gut in der Schule war oder nicht. Andererseits, bei seiner Begeisterung für Zaubertränke und Arithmantik – aber es war ja nicht so, dass sie das interessierte.
Eine andere Sache schoss in ihr Bewusstsein wie ein Feuerkracher, der Aufmerksamkeit verlangte.
„Und woher weißt du, dass ich in Professor Lockhart verknallt war? Nicht, dass das stimmen würde“, fügte sie schnell hinzu. „Und du hast dein Verschwinden noch immer nicht erklärt, oder das – Laken –“
„Äh – öhm – wer war nicht in Professor Lockhart verknallt?“
„Also, bei dem Satz und der Tatsache, dass du gerade aus dem Jungen-Schlafsaal kommst, fange ich an, mich über dich zu wundern –“
Hermione fing tatsächlich an, sich regelrecht wohl zu fühlen. Jungen aufzuziehen war etwas, was sie außergewöhnlich gut konnte, und Malfoy fing an wie Ron auszusehen, wenn der seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte.
Als Draco Malfoy sich plötzlich daran erinnerte, dass er – endlich wieder – Draco Malfoy war.
„Ich würde ja so gerne hier die ganze Nacht herumstehen und mit dir plaudern, Granger“, sagte er gedehnt. „Aber dieses Laken ist verflixt luftig, wenn du verstehst, was ich meine. Nebenbei schaudert es mir bei dem Gedanken, was Professor McBeschützerinJungfräulicherTugend sich wohl denken würde, wenn sie uns in unserem fragwürdigen Aufzug erwischen würde. Was würde dann aus meinem Ruf?“
Hermione wurde sich ganz plötzlich unangenehm der Tatsache bewusst, dass sie im Nachthemd dastand, was natürlich absolut lächerlich war, wenn man berücksichtigte, dass er nur ein Laken trug.
Bitte lass mich nicht rot werden.
Sie wünschte sich verzweifelt einen Bruchteil seiner unglaublichen Eleganz, völlig ungerührt von der Tatsache, dass er in ein Betttuch gewickelt war. Malfoy war sogar in der Lage gewesen, sofort aufzustehen und den Verrückten zu bedrohen, der ihn in ein Frettchen verwandelt und durch einen Raum hatte hüpfen lassen.
Zu bestimmten Zeiten musste man ihn einfach bewundern – den absoluten Blödmann.
„Natürlich“, fuhr Malfoy fort, und seine Stimme wurde aalglatt, „wenn ich die Wahl habe zwischen diesem Gerücht und dem über Longbottom...“
Der hellhaarige Slytherin schritt langsam auf sie zu. In einer Art gelähmten Unglaubens starrte Hermione in den kühlen Glanz seiner Augen, als seine Stimme sie so reich und warm umfing.
Einen Moment später war er ihr so nah, dass sie die Hand ausstrecken und seine bloße Brust hätte berühren können.
Selbstverständlich tat sie nichts dergleichen.
„Was hast du vor, Malfoy?“, zischte sie.
Sein Lächeln war völlig Malfoy. „Noch nichts. Gib mir eine Minute.“
„Urgh – Malfoy, habe ich in letzter Zeit schon mal erwähnt, dass du widerlich bist?“
„Hast du darum solche Probleme beim Atmen?“
sche**e.
„Komm schon, Hermione...“, Malfoys Stimme war seidenweich. „Wo bleibt denn da die Gryffindor-Freundlichkeit? Du würdest doch nicht diesen ruchlosen Räuber jungfräulicher Reinheit, Longbottom, meinen guten Namen beflecken lassen?“
Er glitt weiter auf sie zu.
In ihrer Brust explodierte ein Feuerwerk der Panik. Sie hob eine Hand und schob ihn von sich, was natürlich das Berühren seiner nackten Haut mit sich brachte, und mehr Körperkontakt bedeutete, als sie je mit Malfoy hatte haben wollen.
Außerdem weckte es alle möglichen verstörenden Gedanken über Haut, die sich über Muskeln spannte, sanft gleitende Hände, und wie weich wohl die Locken seien, die in ganz bestimmte Augen fielen – aber diese Gedanken schob Hermione auf den Stress des Augenblicks.
Malfoy hob seine Hände in einer Geste der Unschuld, die verdammt unwahrscheinlich war.
„Raus hier!“, fauchte Hermione.
Er zuckte die Achseln, was dieses beunruhigende Spiel der Muskeln unter der Haut fortsetzte.
„Wie du willst.“
Er glitt aus dem Gemeinschaftsraum. Einen Moment, nachdem er fort war, bemerkte Hermione, dass er ihr nicht eine der wichtigen Fragen, die sie gestellt, beantwortet hatte.
sche**e, sche**e, sche**e.
*
Na, das war ja unglaublich gut gelaufen, gratulierte Draco sich selbst. Von allen Trotteln der Welt... hatte er ein verdammtes Laken getragen, als sie ihn wiedersah.
Ein Laken!
Er konnte es immer noch nicht glauben. Er nahm an, er müsste noch dankbar sein, dass sie nicht davon gerannt war, lauthals quietschend in höhnischem Gelächter. Und was war bloß in ihn gefahren, auf sie zuzugehen, so rein und Gryffindorisch in einem mädchenhaften Nachthemd, etwas, das er wohl nicht mal berühren könnte...
Er hatte versucht, sie von ihren unbequemen Fragen abzulenken, und sich selbst dabei mitreißen lassen.
Bitte, dachte Draco. Noch mehr peinliche Szenen ertrage ich nicht. Lasst mich einfach in mein schönes, kuscheliges Bett, und um alles andere kümmere ich mich morgen früh.
„Blaise Zabini ist ein Flittchen“, flüsterte er und die Tür schwang auf.
Malcolm Baddock gab ein gottloses Geheule von sich.
Draco verfluchte Murphy, und jeder einzelne Slytherin in Hogwarts, eingeschlossen Professor Snape in Kuscheltierpuschen (ein Anblick, der Dracos Tag irgendwie aufhellte), tauchte in doppelter Geschwindigkeit am Eingang auf.
Und starrte ihn an. Und starrte.
Ein paar der Mädchen starrten ihn auf eine Art und Weise an, bei der Draco sich höchst unwohl fühlte...
Blaise Zabini beäugte den Knoten in seinem Laken auf eine Weise, die bei ihm ein ausgeprägtes Panikgefühl auslöste.
Pansy Parkinson warf sich auf ihn auf eine Weise, bei der er sich wirklich als Opfer empfand.
„Oh, Draco!“, schrie sie. „Gott, wir haben uns alle solche Sorgen gemacht.“
„Äh... das ist nett... Pass auf das Laken auf...“
Alle gehorchten und beobachteten ihn interessiert.
„Wo bist du gewesen?“, wollte Pansy wissen.
„Was hast du getan?“, fragte Goyle.
„Was ist Ihnen passiert?“, verhörte ihn Snape.
„Was hast du da an?“, wollte Crabbe wissen.
„Ist das nicht ein Gryffindor-Laken?“ Blaise war einfach ein winziges bisschen zu aufmerksam.
Draco sah sich zwischen all den besorgten, neugierigen, fragenden Gesichtern, die ihn umgaben, um. Er unterdrückte vehement den Wunsch wegzurennen.
„Ich kann alles erklären“, versprach er.
Es gab eine erwartungsfreudige Pause.
„Morgen früh“, fügte er hinzu und fegte in echtem Malfoy-Stil davon, indem er sein ganzes Haus stehen und ihm nachstarren ließ.
*

#55 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 11.01.2010 19:49

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Ob er es will oder nicht - er steht auf Hermine und sie steht auf ihn *muhaha*

#56 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 11.01.2010 21:56

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Oh ja udn wie er auf sie steht xD

#57 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 11.01.2010 21:59

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Er hat aber noch ein paar Kapitel Zeit, sie zu vernaschen :)

#58 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 11.01.2010 22:23

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Oh ja da freu ich mich darauf xD

#59 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 17.01.2010 12:47

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Kapitel 8 - Draco Redux

Lieber Vater,
Professor Dumbledore hat mich aufgefordert, dir zu schreiben, und dich über meine Sicherheit zu informieren, um die du dir zweifellos schreckliche Sorgen gemacht hast. Ich verstehe schon, dass dich lebenswichtige Angelegenheiten wie Todesser-Treffen und Cocktailparties zu sehr beschäftigt haben, um nach mir zu suchen. Als dein Sohn und guter Malfoy würde ich deine Handlungen in dieser oder jeder anderen Lage auch nie in Frage stellen.
Ich wurde einem Zauber unterworfen, bin jetzt aber befreit, und dem Schuldigen auf heißer Spur. Furchtbare Qualen wurden mir auferlegt, aber ich ertrug sie wie ein Malfoy. Wüsstest du genau, was ich alles unternommen habe – ich denke, du wärest wahrhaftig erstaunt.
Richte dem Dunklen Lord meine Grüße aus, und auch Mutter.
Dein Sohn,
Draco Malfoy.
PS: In der ganzen Schule schwirren Gerüchte über meine schmutzige Affäre mit Ron Weasley umher. Schönen Tag noch.
Draco lehnte sich zurück und bewunderte seinen Brief. Er war der Meinung, seine Botschaft käme darin sehr schön zum Ausdruck.
Natürlich gäbe es da immer die Möglichkeit eines „*zensiert!* dich, Dad!“ - Heulers. Aber Draco fand, dem mangelte es an Subtilität.
Der Brief tat ihm gut nach diesem Morgen. Er war um sechs aus dem Schlaf gerissen worden, und – tretend, schreiend und unzählige Kommentare über durch unfreiwillige sexuelle Enthaltsamkeit hervorgerufene Verstimmung murmelnd – in Dumbledores Büro gezerrt worden.
Eine extrem verärgerte Professor McGonagall hatte beide danach allein gelassen.
Dumbledore hatte seine Augen fest auf Draco gerichtet und ruhig gefragt:
„Haben Sie eine Erklärung für Ihre längere Abwesenheit?“
Draco war einen Moment lang still, schrecklich hin- und hergerissen zwischen zahlreichen Alternativen. Eine Seite von ihm schrie danach, Dumbledore zu erzählen, er sei entführt, gefesselt und gezwungen worden, jemandem als Sexsklave zu dienen. Ein anderer Teil schlug fröhlich vor, er solle vorgeben, seine Initiierung als Todesser habe stattgefunden, und er habe sein Dunkles Mal an einem unaussprechlichen Platz erhalten.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil von ihm wollte gar behaupten, er habe auf Harry Potter-Art die Welt gerettet, weil es seine Pflicht sei, Unschuldige zu retten – nur um den alten Mann an Herzversagen sterben zu sehen.
Am Ende tat er etwas, das den Namen Malfoy für immer beschmutzen würde.
Er erzählte die reine Wahrheit.
„Ich war eine Ratte“, bekannte er.
Der Ausdruck auf Dumbledores Gesicht war etwas, dass Draco für lange Zeit wertschätzen würde.
Und die Gryffindors dachten, dieser Mann sei unfehlbar... sogar obwohl er nachweislich eine Manie hatte, seine Schüler zu Zeiten ernster Bedrohung zu verlassen und die Mächte der Finsternis in die Hogwarts-Lehrerschaft aufzunehmen...
Draco erklärte alles, in voller Länge und allen Details, sowie mit zahlreichen ausschmückenden Gesten.
Nein, er hatte keine Ahnung, wer ihm das angetan hatte. Nein, er hatte keine Idee, wie der Vielsaft-Trank verändert worden sei, um diesen Effekt bei ihm auszulösen. Nein, er konnte das Tanzen wirklich nicht erklären.
Ja, er bestand darauf, diesen beleidigenden Tonfall beizubehalten.
Draco hatte keine Ahnung, wieso er dem Schulleiter all diese Dinge erzählte. Er hatte den Mann nie gemocht – und soweit Dumbledore seine Existenz bemerkte, beruhte das auf Gegenseitigkeit. Aber... er hatte niemanden sonst, dem er es erzählen konnte.
Es war ein gewisser Trost, dass seine ureigenen Malfoy-Manieren Dumbledores Augen während des ganzen Gesprächs verengt bleiben ließen.
Zum Abschluss sagte er: „Ich nehme an, Mr. Malfoy, dass Sie den Schuldigen unter den Gryffindors vermuten? Dass sich vielleicht Mr. Weasley an dem Zaubertrank zu schaffen gemacht habe?“
Dracos blonder Kopf schoss hoch.
„Das hat er verdammt noch mal nicht getan!“
„Oh?“
„Niemand von ihnen hatte irgend etwas damit zu tun!“
„Ist das so?“
Dracos Augen trafen Dumbledore. Die Augen des alten Mannes waren sehr, sehr weit geöffnet und unschuldig.
Draco hatte den plötzlichen Verdacht, dass er ausgetrickst worden sei.
Seine Lippe verzog sich.
„Glauben Sie wirklich, Weasley wäre intelligent genug, mit einem Zaubertrank herum zu pfuschen?“ erkundigte er sich.
Dumbledore erhob sich und lächelte beglückt.
„Mr. Malfoy, es war mir ein Vergnügen, mit Ihnen zu plaudern. Wenn Sie je das Bedürfnis verspüren sollten, wieder mit mir zu sprechen, nehmen Sie sich bitte die Freiheit. Darf ich sagen, dass Sie mich an einen Schüler erinnern, den ich einmal hatte?“
„Oh, der rührende Moment der Bindung“, spottete Draco gedehnt. „Könnte es sich möglicherweise um den reformierten Todesser Professor Snape handeln? Meine Güte, welche Ehre. Ich sehe den Fehler in meinem Verhalten. Wollen Sie nicht meine neue Vaterfigur sein?“
Er hielt inne und verzog mürrisch das Gesicht.
„Und meine Körperhygiene ist einwandfrei, vielen Dank auch.“
„Ich dachte eigentlich mehr an Mr. Black“, sagte Dumbledore.
„Oh... was? Ich erinnere Sie an einen Massenmörder? Sowas dürfen Sie einem Schüler gar nicht sagen! Das ist wohl kaum ein Motivationsgespräch! Ich sehe eine leuchtende Zukunft für Sie, Mr. Malfoy – in Askaban! Das ist wieder mal so typisch für euch Gutmenschen. Ich spiele bloß beim Quidditch mal mit ein paar schmutzigen Tricks, und plötzlich schreit jeder ‚Betrüger, Betrüger, notorischer Todesser!’ und ich bin...“
... gerade dabei aufzuspringen, den Schulleiter anzuschreien und wild rumzugestikulieren.
Auf dem besten Weg rauszufliegen.
„Äh... es tut mir fürchterlich leid, Sir. Diese ganze Rattensache ist... ein bisschen traumatisch für mich. Lassen Sie uns, äh – das einfach vergessen, ja? Äh –“
Draco ließ die Vorderseite von Dumbledores Robe los.
Dumbledore bot ihm die Hand.
„Wie ich schon sagte – es war mir ein Vergnügen, Mr. Malfoy.“
Dracos schnelles Zu-Kreuze-Kriechen verbesserte seine Laune nicht gerade. Er starrte die ausgestreckte Hand an und verschränkte die Arme absichtlich über seiner Brust.
Er richtete seine kalten grauen Augen auf Dumbledores Gesicht.
Der Mann lächelte immer noch!
Draco drehte sich um und stolzierte aus der Tür.
Einen Moment später öffnete sich die Tür wieder und ein zerzauster blonder Kopf erschien in ihr.
„Und ich habe Bilder von Black und seinen wirklich grässlichen Haaren gesehen“, fügte Draco noch hinzu. „Sie absoluter Bastard!“
Als er Dumbledore lachen hörte, knallte er die Tür mit aller Wucht zu.
Draco wünschte sich, er könnte eine weitere Tür zuknallen, als er den Brief seinem Uhu, Rover, gab. (Er hatte einmal die Phrase ‚Töte, Rover, Töte!’ gehört und fand sie absolut klasse!)
Genau in diesem Moment erschienen Crabbe und Goyle im Gemeinschaftsraum.
Draco sah mit einem Lächeln auf - so scharfkantig wie gesprungenes Glas.
„Jungs“, sagte er. „Wahrhaftig exzellent, euch zu sehen.“
Crabbe und Goyle waren einfach zu blöd.
Eigentlich war niemand blöd genug, einen Malfoy in einer Laune vorzufinden, in der dieser neue Foltermethoden erfand, und nicht das dringende Bedürfnis zu entwickeln, ganz woanders zu sein.
Draco stand auf, schlang seine Arme um ihre Hälse und begann, sie auf ihren Schlafsaal zuzuzerren.
Quetschte sie dabei in einer freundlichen, anhänglichen Weise, die sie blau anliefen und Gurgellaute von sich geben ließ.
„Lasst uns uns mal zusammen setzen, Jungs, und über Tierquälerei reden“, drängte Draco sie mit seinem süßesten und charmantesten Lächeln, das viel zu sehr nach Satans Chorknaben aussah.
Er zerrte sie in den Schlafsaal und schloss die Tür.
Töte, Fluffy, Töte!
Sein Lächeln war hell und leuchtend wie eine Messerklinge.
‚Lasst uns plaudern.“
*
„Schhhhh, Ron“, sagte Hermione beruhigend. „Ich bin sicher, es war furchtbar, aber nimm dir doch ein nettes tröstendes Stück Toast und vergiss es einfach. Der böse Mann kann dich jetzt nicht holen.“
Ron hob vorsichtig seinen roten Kopf von den Armen.
Draco Malfoy lehnte sich zwischen Lavender und Parvati, um an den Gryffindor-Tisch heran zu kommen.
Rons Kopf knallte wieder herunter und traf die Tischplatte.
„Du hast mich angelogen“, informierte er Hermione in ersticktem und vorwurfsvollem Ton.
„Malfoy!“, zischte Hermione zornig. „Verzieh dich!“
Er schenkte ihr ein bezauberndes, engelhaftes Lächeln.
„Ich hol mir nur meinen Kaffee.“
„Du... dir ist doch klar, dass Seamus Finnigan mit Medikamenten ruhig gestellt werden musste?“, fragte Hermione eindringlich.
Malfoy lachte, ein helles, unbekümmertes Lachen, das Lavender und Parvati ein kollektives Seufzen ausstießen ließ.
„Nein, wirklich?“
Hermione war an Malfoys golden-reines Aussehen gewöhnt, und sie wusste genau, wie fies dieser Schönling sein konnte. Sie rümpfte nur die Nase und sah weg.
Als Malfoy den Kaffee vom Tisch nahm, schoss Ron von seinem Stuhl hoch und packte ihn an der Robe.
Malfoy starrte ihn mit mildem Erstaunen und Geringschätzung an.
„Stört’s dich?“
„Hast du mir etwa nichts zu sagen?“, knurrte Ron.
Eine helle Augenbraue hob sich. „Nun ja. Als ich dir sagte, ich würde dich morgen noch respektieren, hab ich gelogen.“
Der halbe Gryffindor-Tisch verschluckte sich.
Hermione ergriff Rons Arm.
„Bring ihn nicht um –“
„Ich bin so gerührt. Ich wusste gar nicht, dass es dir was ausmachen würde.“
„Du wirst rausfliegen“, fuhr Hermione eisern fort.
„Ich will eine Erklärung“, schnauzte Ron. „Du bist doch sicher wegen irgendwas hier rüber gekommen –“
Malfoy schüttelte Rons Griff leicht ab.
„Nur hierfür“, sagte er, gestikulierte mit dem Kaffee in der Hand, und – oh, wirklich nur ein Unfall – verspritzte ein paar strategisch platzierte und siedendheiße Tropfen. Er tätschelte Rons Gesicht mit einer schrecklich überheblichen Art. „Und um ‚Guten Morgen, mein Süßer’ zu sagen.“
Hermione klammerte sich mit ihrer ganzen Macht an Rons Arm.
Malfoy drehte sich immer noch lachend um.
Harry und Ginny betraten gerade die Halle und standen ihm Angesicht zu Angesicht gegenüber.
Harrys Augen blitzten und er stand aufrecht wie ein Held an seinem Platz, fest entschlossen, die Finsternis zu bekämpfen.
In Malfoys Augen tanzte ein funkelndes, unheilverkündendes Licht.
„Oh, es sind die Liebestäubchen“, gurrte er. „Sag mal, Harry, hast du schon angefangen, Valentinsverse zu komponieren? Wie wär’s mit ‚Ihre Augen, so braun wie nicht so ganz frisch gepökelte Kröte’?“
Ginny und Harry liefen in einem wunderbar zueinander passenden Scharlachton an.
‚Moment mal’, dachte Hermione, ‚seit wann nennt Malfoy Harry bei seinem Vornamen?’
Malfoy wanderte unbekümmert hinüber zu seinem eigenen Tisch, wo ihm der Empfang eines wahren Helden gewiss war.
Der Prinz von Slytherin war zurückgekehrt.
Da war nur irgend etwas... das Hermione störte. Er war noch immer Malfoy, noch immer ein ätzender, großmäuliger Mistkerl, der herumstolzierte und glaubte, die Welt gehöre ihm. Er war noch immer ein nervtötendender Bastard mit einer Zunge wie einer Machete.
Da war... nur etwas, das fehlte.
Zum Beispiel... Bösartigkeit.
Malfoy lachte über etwas drüben an seinem Tisch, und sie erkannte das einfache Amüsement, das sein Lachen vorher schon hervorgerufen hatte.
Es war beinahe, als ob er jetzt ein Spielchen spielte.
Die Frage war, was für ein Spielchen?
Ein kühler grauer Blick traf ihren. Mit voller Absicht zwinkerte Malfoy.
Nerviger Bastard.
*
Dumbledore stand beim Abendessen dieses Tages auf und schilderte, was Draco Malfoy passiert war.
„Mr. Malfoy“, sagte er, „war einem Zauber unterworfen. Es war ein ungeheuerlicher Akt und ein Versuch, ein unschuldiges Kind auszulöschen.“
Alle Augen wandten sich zu dem unschuldigen Kind, das zur gegenwärtigen Zeit jeweils einen Arm um Pansy Parkinson und Blaise Zabini gelegt hatte, und lächelte, als hätte er gerade ‚Liebe Sünde’ entdeckt und eine Menge Spaß damit.
Hermione war sich sicher, dass er das absichtlich machte.
„Es war die unverzeihliche Tat eines Dunklen Zauberers“, verkündete Dumbledore weiter, „und dieser wird dafür bezahlen müssen. Ich werde keine Angriffe in meiner Schule dulden. Ich werde diese absolute, die Existenz einer anderen Person bedrohende Gewalt nicht dulden. Jeder, der Informationen über diese Angelegenheit besitzt, muss vorsprechen, oder teilt die Schuld an etwas Unverzeihlichem.“
Dann lächelte er, während sie alle ernst waren, und zog ein Stück Papier aus seiner geräumigen Robe.
„Mr. Malfoy hat darum ersucht, dass ich hier diese – äh – Darstellung seiner Gefühle vorlese. Es ist an seinen Angreifer adressiert und beginnt –
‚Oh, es wird dir noch Leid tun, dass du überhaupt geboren wurdest. Ich werde deine Innereien um einen Baum wickeln, bis sie wie Gummiband auseinanderreißen. Ich werde deine Männlichkeit entfernen, und sie dir gegrillt mit Barbecue-Sauce servieren. Ich werde dich Atom für Atom auseinander nehmen und den Klang deine Schreie aufnehmen, um sie deinen Eltern vorzuspielen, und schließlich bringe ich Blaise Zabini dazu, schmutzige Gerüchte über dich zu verbreiten. Ich kenne keine Gnade, und du wirst mir nicht entkommen. Verpfeif dich am besten gleich selbst und spar uns allen Zeit. Vielen Dank fürs Zuhören.“
Hermione sah hoch und sah Schrecken und Belustigung.
Da war so eine merkwürdige, unignorierbare Eigenart an Draco Malfoy. Sie sollte es wissen – Harry hat jahrelang versucht, ihn zu ignorieren. Aber er weigerte sich einfach, Hintergrund zu sein, ein großer Spieler.
Mittlerweile kannte ihn jeder in Hogwarts, und immer noch fragten Erstklässler, wer er war. Es gab immer eine Antwort, und nie nur einen Namen – ob es nun hieß: „Das ist Draco Malfoy, ein absoluter Mistkerl“ oder „Das ist Draco Malfoy. Ist er nicht hinreißend?“
Auf eine Weise zollten beide Antworten einem ungewöhnlichen Charakter Tribut.
Hermione fand ihn ungewöhnlich lästig, aber sie begriff jetzt, dass niemand in diesem Raum ihm gegenüber gleichgültig war, obwohl ihm so viele von ihnen gleichgültig waren.
Natürlich, dachte sie, war auch Hitler eine fesselnde und bemerkenswerte Persönlichkeit gewesen.
Das machte Malfoy nicht weniger schwarzherzig.
„Mr. Malfoy“, fuhr Dumbledore fort und dabei zwinkerten seine Augen, wie sie es immer taten, als kenne er ein Geheimnis, das andere nicht kannten, „bat mich außerdem, den Gryffindors zu danken, die ihn mit großer Freundlichkeit behandelt haben, während er sich bei ihnen aufhielt.“
Am Gryffindor-Tisch brach das Chaos aus.
Harry und Ginny fragten sich gegenseitig, was das wohl bedeuten solle. Dean hielt Ron davon ab, unter Mordabsichten zum Slytherin-Tisch hinüber zu jagen. Lavender und Parvati kicherten hilflos. Neville war unter dem Tisch verschwunden, offensichtlich in der Überzeugung, dies sei der Vorbote eines teuflischen Malfoy-Planes.
Hermione stand schweigend inmitten der ganzen hysterischen Leuten auf, um zum Slytherin-Tisch hinüber zu sehen.
Dort schrieen alle bis auf Malfoy.
Er saß in vollkommen gelassen da, seine Kopf zurück gelehnt, um der Welt die Stirn zu bieten und die Arme über der Brust verschränkt, blickte in die Welt mit absoluter Sicherheit und einem schwachen, selbstzufriedenen Grinsen.
Und ganz langsam, wurden alle in der Großen Halle still und starrten ihn an.
Malfoy stand auf und machte eine elegante Verbeugung.
Sein Blick schweifte über die erstaunten Gesichter, und er sah aus, als ob er ziemlich dringend lachen wollte, setzte aber stattdessen nur das traditionell unverschämte Malfoy-Grinsen auf und ging.
Dies bedurfte ganz bestimmt einigen Nachdenkens.
*
Dumbledores Rede erregte ein solches Aufsehen unter den Gryffindors, dass Hermione froh war, als am nächsten Tag endlich Arithmantik auf dem Stundenplan stand.
Arithmantik war das einzige Fach, dass sie nicht mit den anderen Gryffindors zusammen hatte, und wenn sie noch eine einzige weitere Variation des „Ich-hasse-diesen-Mistkerl-Malfoy“-Themas hören musste, würde sie schreien.
Natürlich nahm auch Malfoy an Arithmantik teil, aber er nahm immer den am weitesten von ihr entfernten Stuhl, und ein Meer von Ravenclaws trennte sie und unterband gewöhnlich alles bis auf die allergehässigsten Auseinandersetzunge n.
Hermione erwartete ein wenig Erleichterung.
Sie erwartete nicht, den Raum zu betreten und Draco Malfoy ganz beiläufig an ihrem Doppelschreibtisch sitzend vorzufinden, den Platz zu besetzen, den sie für ihre Notizen benötigte, den hellen Kopf über ein Arithmantik-Buch gebeugt, als habe er jedes Recht hätte, dort zu sein, wo doch jedermann wusste, dass dies ihr Platz war!
Er sah mit einem blitzenden Lächeln zu ihr hoch, als sie eintrat.
„Hey,“ sagte er. „Ich dachte, du könntest ein wenig Gesellschaft brauchen.“
„Ich bin nicht blöd, Malfoy“, sagte Hermione gleichmütig und legte ihre Bücher auf den Tisch. „Sag mir, was du hier wirklich willst, und dann verschwinde.“
Malfoy blickte zu ihr auf. Seine grauen Augen waren beinahe genau wie Spiegel, schimmernd und silbrig, und warfen ihr einfach eine liebreizendere Version von sich selbst zurück.
Splitter des Spiegels Nerhegeb, wenn alles, worauf es einem ankam, Schönheit war.
„Ich versuche, deine Aufmerksamkeit zu gewinnen“, antwortete er gelassen.
Hermione stand da und starrte ihn an, und dann kam Professor Vector herein und sie glitt schnell auf ihren Platz.
Erst danach begriff sie, dass sie jetzt neben Malfoy saß.
Verdammter, verdammter Mist.
„Du hast meine Aufmerksamkeit“, zischte sie. „Du hast doch immer jedermanns Aufmerksamkeit bekommen, nicht wahr? Du hattest meine Aufmerksamkeit, als ich dir im dritten Jahr eine Ohrfeige verpasst habe – ist es das, was du willst?“
„Himmel, Granger, du verdrehtes Ding, du“, murmelte Malfoy.
Hermione versuchte, den Unterricht nicht durch einen epileptischen Anfall zu stören.
Sie kämpfte darum, ihre Stimme leise und gleichmäßig zu halten.
„Malfoy. Was willst du wirklich?“
„Oh, weißt du. Ein wirklich männliches Aftershave. Ein Reich zum Beherrschen. Einen Harem voller knackiger östlicher Jungfern.“ Kurze Pause. Er grinste fies. „Oh, und Weltfrieden.“
„Sei ernst!“
„Miss Granger, seien Sie ruhig“, sagte Professor Vector scharf. „Sie und Mr. Malfoy können Ihr kuscheliges kleines Gespräch nach meinem Unterricht abhalten.“
Hermione lief scharlachrot an. Malfoy öffnete sein Buch mit seinem seligsten Ausdruck.
Und das – zu Hermiones Empörung – war es. Malfoy machte keinen weiteren Versuch, sie zu ärgern, oder mit ihr zu reden – was natürlich genau das Gleiche war. Allem Anschein nach war er völlig in seine Arithmantik vertieft.
Und er war zu strahlend.
‚Er lenkt dich ab, wie etwas, das in der Landschaft aufblitzt.’ Sie versuchte, sich auf ihre arithmantischen Rufsummen zu fokussieren, und sein zu blasses und ehrlich gesagt gar nicht so toll aussehendes Gesicht würde sich in seiner Konzentration verziehen, und plötzlich wurde die Summe zu Datensalat.
Die einzige Sache, die er zu bemerken schien, war die Strähne glänzend hellen Haars, die immer wieder in sein Gesicht fiel. Er schob sie jedes Mal zurück, wenn das passierte, eine schnelle Bewegung, die zu ständig steigender Verärgerung führte.
Nach dem Ende der unproduktivsten Arithmantik-Stunde aller Zeiten stand er auf, und musste die Strähne zum fünfzehnmillionensten Mal wieder zurückschieben.
Er rollte die Augen.
„Ich lasse die abschneiden. Das ist einfach lächerlich.“
„Oh, und ich nehme an, du fängst wieder an, sie mit Gel nach hinten zu kleistern? Das war lächerlich, wenn du mich fragst“, motzte Hermione. „Sieht so viel besser aus.“
Sie hätte sich die Zunge abbeißen können.
Malfoy hob die Augenbrauen.
„Ich werd's im Hinterkopf behalten, Granger. Und ich bin geschmeichelt.“
Er grinste wieder selbstgefällig, und sie fühlte einen unglaublichen Drang, ihn zu schlagen.
Er schlenderte von dannen.
Sie würde jetzt ein paar Gryffindor finden gehen, und eine vernünftige Konversation mit ihnen führen.
Sie hasste diesen Mistkerl Malfoy.
*
Draco hatte einmal gehört, dass in jeder Person ein ständiger Kampf zwischen deren Gutem Selbst und Bösem Selbst herrschte.
Draco hatte diese Vorstellung aus allen Richtungen heraus betrachtet, und entschieden, dass es dabei eine Frage des Gradmessers sei. Harry Potters miteinander streitende Selbste waren zum Beispiel wahrscheinlich GuterHarry und UngezogeneWünscheWieGelegentlichKekseZuKlauenWollenHabenderHarry.
Draco hatte seine BöserDraco und KompletterBastardDr aco getauft.
Gewöhnlich kamen die beiden ziemlich gut miteinander aus und verbündeten sich gegen andere Leute.
Jetzt gerade hatten sie eine kleine Meinungsverschieden heit. Er vermutete, das lag an dem schlechten Einfluss dieser Gryffindors.
Er hatte BöserDraco gesagt, er dürfe nicht mit den Schmuddelkindern spielen.
Außerdem vermisste er es, jeden Gedanken laut von sich geben zu dürfen.
„Hallo Draco“, gurrte Pansy, als er in den Gemeinschaft schritt.
„Geh weg, ich finde dich unattraktiv.“
In Ordnung, in Ordnung, er verschloss sie auch so wohl kaum in sich. Aber trotzdem.
Draco knallte ins Bad seines Schlafsaales und öffnete seinen eigenen besonderen Schrank. Eine Lawine von Haarpflegeprodukten erschlug ihn beinahe.
Draco ließ sich zwischen all den Flaschen auf das Waschbecken nieder.
BöserDraco fragte: Was für eine Sorte Leute besitzt mehr als sein eigenes Körpergewicht an Haarpflegeprodukten?
KompletterBastardDr aco betonte, dass es schließlich Wirkung zeige.
Ja, aber...
War das die ganze Zeit wert? Sein Haar hatte also eine winzigkleine Angewohnheit, sich an den Enden zu wellen. Na und? Wen interessiert das, verdammt?
Sieht so viel besser aus...
Draco Malfoy, du unübertrefflicher Idiot, was in Gottes Namen glaubst du eigentlich, tust du mit diesem Mädchen?
Draco drehte sich um und sah in den Spiegel.
„Hey da, Hübscher. Ich hab dich vermisst“, sagte dieser.
Draco hatte diese ganze Seelenqual satt. Na, diese ganzen fünf Minuten Seelenqual. Slytherins arbeiteten einen bösen Plan aus und stürzten sich hinein.
Wohingegen Gryffindors einfach handeln.
Nicht, dass er sich jetzt genau so verhalten wollte, aber...
Es gab bestimmte Momente, in denen es einfach eine winzigkleine Erleichterung wäre.
Draco wog eine Flasche in der Hand.
Dann begann er damit, sie wegzuwerfen.
Er schmiss Flasche über Flasche in den Hof nicht viel weiter unten, warf mit bösartiger Betonung und wartete darauf, den befriedigenden Knacks der Flasche auf den Steinen zu hören.
Er hörte ein Jaulen und Argus Filchs gequälten Schrei.
„Jemand hat was auf meine Katze geworfen!“
Draco warf sich auf den Boden.
Crabbe kam herein und sah verständlicherweise verwirrt aus. Draco gestikulierte zum Fenster.
Crabbe ging hinüber und schaute hinaus.
„Du! Du warst das!“, heulte Filch auf. „Ich werde dich umbringen!“
Crabbe sah verwirrt und verängstigt aus.
Draco kicherte boshaft und verließ das Bad auf seinen Ellenbogen robbend.
Dieses unerklärliche Seelenpein-Zeugs senkte sich wieder in sein Bewusstsein, als er raus und auf seinen Füßen war.
Er spazierte in den Gemeinschaftsraum.
Im Gegensatz zu dem, was die Gryffindors glaubten, verbrachten Slytherins ihre Freizeit nicht mit rituellen Opferungen kleiner Kuscheltiere für den Dunklen Lord. Blaise, Pansy und Goyle spielten Karten.
Okay, ja, es war Strip-Poker. Trotzdem.
Slytherins – auch wenn Draco sich selbst schmeichelte, eine ganz spezielle Ausnahme zu sein – waren nicht das Herz des reinen Bösen. Untereinander hielten sie alle eine erbitterte Loyalität. Sie wussten, dass die anderen Häuser alle gegen sie verbündet waren.
Man hörte schließlich das Geflüster. Dunkle Hexer. Besser jedes Haus als Slytherin. Fiese Bande.
Richtig, irgend jemand schuf ein Haus, um mörderische Gegner zu erschaffen. Muss der Sprechende Hut einfach vergessen haben zu erwähnen.
Draco mochte die meisten seiner Hausbewohner wirklich, und die, die er nicht mochte, konnte er immer noch ausnutzen. Er hatte sie alle vermisst, als er im Gryffindor-Turm war.
Aber...
Es war verdammt kalt in diesem Kerker.
Die geschnitzten Stühle waren unbequem.
Draco starrte ins Feuer.
Na schön. Wenigstens gebe ich einen sehr gutaussehenden düsteren Helden ab.
*
Hermione sah sich indigniert im Gemeinschaftsraum um.
Die Gryffindors waren am – ein anderes Wort dafür gab es einfach nicht – Durchhängen.
Harry und Ginny schienen sich in eine peinliche Konversationslücke verfahren zu haben, stolperten über Worte und erröteten. Seamus war immer noch leicht betäubt und wiegte sich ein bisschen zu sehr vor und zurück als gesund sein konnte.
Dean Thomas hatte seine Gitarre herausgeholt, und sah die Musikstücke durch, die er für Fluffys nächsten öffentlichen Auftritt geplant hatte. Er schien zu niedergeschmettert, um auch nur eine Note zu spielen.
Parvati und Lavender versuchten sich dem Anschein nach mit leeren Milchkartons zu trösten.
Neville hatte eine Tasse Kaffee gekocht und starrte sie jetzt in verständnisloser Verwirrung an, weil er Kaffee hasste.
Es musste wohl das Wetter sein, dachte Hermione. Es war fröstelig und neblig draußen, und sowas musste jedermanns Laune dämpfen. Das musste es sein, was den Gemeinschaftsraum so... so leer und so... lebensfunken-los wirken ließ.
Ron hatte seinen Kopf zwischen den Armen.
„Vielleicht solltest du ins Bett gehen“, schlug Hermione zartfühlend vor.
„Nein!“, Ron Gesicht wirkte gehetzt. „Ich werde nie wieder ins Bett gehen! Das Bett ist böse, das Bett wurde geschändet, das Bett muss verbrannt werden!“
„Um... okay.“
Sie ließ zaghaft eine Hand auf Rons Schulter ruhen.
„Und ich kann diese Zaubertränke-Hausaufgabe nicht machen!“, jaulte Ron. „Warum ist das plötzlich so schwer?“
„Das kann ich mir nicht vorstellen.“
„Und warum ist alles so langweilig?“, wollte Ron streitlustig wissen. „Was ist bloß los mit euch allen?“
Ron war einfach viel zu durchsichtig. Er ließ einen seine Gefühle sehen, wenn man es gerade schaffte, seine eigenen vor sich zu verbergen.
„Ron, niemand wusste es“, beruhigte ihn Hermione. „Es ist okay, ihn zu vermiss-“
„Ihn zu vermissen?“, brüllte Ron und reagierte damit viel heftiger, als wenn er das nicht glauben würde. „Diesen bösen Mistkerl vermissen? Diese... diese Schlange im Rattenkostüm vermissen? Ich vermisse ihn nicht, ich –“
Die Stille hinter Rons Stimme schien sich zu vertiefen, dichter zu werden, als ob jeder erstaunt auf einen Punkt hinter ihm starrte, verzweifelt sehen wollte, was als nächstes passierte.
Dem war tatsächlich so.
„Ihr Leutchen solltet wirklich öfter euer Passwort ändern“, meinte Draco Malfoy gedehnt. „Jeder böse Mistkerl könnte hier einfach so reinspazieren.“

#60 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 17.01.2010 14:46

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ahr schön:))

#61 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 17.01.2010 19:32

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Oh wie süß - Draco vermisst die Gryffindors und die Gryffindors vermissen ihn <3

#62 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lestat 19.01.2010 10:35

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Jaaaa, das hat was :). Definitiv :`D (dieses Smilie soll darstellen, dass ich z.T. lachen musste, bis mir die Tränen kamen)

#63 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 20.01.2010 15:55

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*lach*
Ist mir auch so gegangen, Lestat ^^
Wenn ich das manchmal am Abend gelesen hab musst ich mir fast die ganze Faust in den Mund drücken um nicht laut loszulachen xD

#64 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 20.01.2010 17:26

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Ich kann mir dich bildlich vorstellen :)

#65 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 20.01.2010 18:15

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*lach*
Ich stell mir so Quatsch immer bildlich vor ^^
Ist eben auch das Problem wenn ich die Story lese xD

#66 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 21.01.2010 07:14

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weiter bitte

#67 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 21.01.2010 20:33

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Kapitel 9 - Pax Draconis

Hermione hatte immer sorgfältig studiert. Sie hatte Bücher studiert, natürlich, weil sie Bücher immer geliebt hatte.
Sie hatte nur zwei Jungen genug geliebt, um sie zu studieren, aber Harry und Ron kannte sie in- und auswendig. Sie hatte ein paar andere Leute gern gehabt, und die versteckten Seiten ihrer Charaktere mit der selben Sorgfalt gelernt, mit der sie Fußnoten auswendig lernte – ein Fallbeispiel hierfür war Professor Lupin.
Sie hatte nur ein einziges Mal eine Person studiert, weil sie diese nicht leiden konnte.
Professor Snape war ein unangenehmer Lehrer, aber er störte ihr Leben nicht besonders. Crabbe und Goyle waren so leicht zu lesen wie Kinderbücher – kurze Wörter und höchst uninteressanter Inhalt.
Draco Malfoy war anders.
Wenn er ein Buch wäre, würde er wohl eines von Hagrids furchteinflößenden Lehrbüchern sein – unmöglich zu lesen und immerzu bösartig. Hatte man sich einmal die Mühe gemacht, das Buch für einen Blick hinein auf zu kämpfen, schienen sich eine Menge Obszönitäten darin zu befinden, geschrieben in beleidigender Sprache, die einen mit dem quälenden Eindruck zurück ließen, sie seien verschlüsselt worden.
Sie hatte es trotzdem weiter versucht, weil der Bastard sie weiterhin ärgerte, und neben den allgemein bekannten Beobachtungen, dass er eitel, gemein und viel zu gut aussehend war als ihm gut tat, hatte sie noch ein paar weitere Dinge bemerkt.
Der Junge war ein absoluter Exhibitionist.
Das spiegelte nur seine Verzogenheit wieder. Er wollte Aufmerksamkeit, also riss er sie an sich. Harry bekam sie ungewollt, und ihm war es peinlich. Ron wollte sie verzweifelt, hatte aber keine Ahnung, wie er sie bekommen oder was er damit machen sollte.
Draco Malfoy regelte alles so, dass ihn jeder ansah, jeder ihn kannte, und trug dieses ganze Anstarren mit der großartigen Leichtigkeit eines Prinzen, der in einen Umhang gewandet war, von dessen Art er noch ein Dutzend weiterer zu Hause hatte.
Hermione erinnerte sich an seine feurige Harry-Imitation drüben am Slytherin-Tisch, für die ein paar Ravenclaws und Hufflepuffs tatsächlich hinüber gegangen waren, um sie zu sehen. Sie rief sich seine laute, Köpfe drehende Stimme in Erinnerung, die Beleidigungen schleuderte und Rita Skeeters Artikel vorlas und Aufläufe hervorrief, wohin er auch ging. Sie wusste, wie er die Aufmerksamkeit an sich reißen konnte, alles Licht in einem Raum absorbieren konnte – ob er nun vorgab, von einem Hippogriff angefallen worden zu sein, sich über einen Valentinsgruß lustig machte, oder einfach nur durch die Schule stolzierte in seiner Der-Boden-Hat-Ja-So-Ein-Glück-Dass-Ich-Auf-Ihm-Wandle-Haltung.
Oder jetzt einfach nur hier stand und die angewurzelten Gryffindors mit einem leicht amüsierten Lächeln auf seinem Gesicht ansah.
„Malfoy!“, explodierte Ron schließlich. „Was machst du hier?“
Er warf Ron einen Blick zu.
„Nun, ich habe eigentlich gehofft, Potter für eine kleine Kuschelei in der Dusche abzufangen“, spöttelte er gedehnt. „Ich sammle nämlich das ganze Set Gryffindor-Jungs, wusstest du das nicht!“
Es gab einen Plumps am anderen Ende des Raums. Sehr wenige Leute wandten ihren Blick von Malfoy weg.
„Malfoy, wie kannst du nur!“, schrie Hermione. „Seamus ist empfindlich!“
„Oh, die Iren werden mit allem fertig“, sagte Malfoy abschätzig. „Und das sogar gut. Ich hab sie letzten Sommer besucht.“
„Lavender!“, zischte Hermione.
„Oh? Uh“, sagte Lavender, riss ihre Augen von Malfoy los und beeilte sich, ihrem gefallenen Freund zu helfen.
„Dann also keine Chance bei Potter?“, forschte Malfoy weiter. „Und ich hatte mich doch schon so auf meine höchst eigene Gryffindor-Wärmflasche gefreut. Ich warne euch, ich werde nicht schlafen können. Danke, Longbottom.“
Zum Glück für alle Beteiligten richtete sich Malfoys Dank nicht auf Nevilles Erklärung seiner Bereitschaft, selbige Wärmflasche sein zu wollen.
Neville sah seine leere Hand an. Sein verblüffter Gesichtsausdruck ließ sich sowohl auf die Tatsache zurück führen, dass sein Kaffee soeben verschwunden war, als auch darauf, dass Malfoy ihm tatsächlich gedankt hatte.
Draco nippte an der Tasse und blickte mit unschuldsvollen silbernen Augen über den Rand in den Raum.
‚Wir beobachten ihn alle in völlig fasziniertem Staunen’, dachte Hermione ärgerlich. ‚Wie einen Kinofilm.’
Das Schlimmste daran war, dass das so viel interessanter war, als wegen einer Ratte Trübsal zu blasen.
Malfoy stolzierte zum Feuer hinüber und streckte sich lässig auf dem Boden davor aus. Hermione wartete darauf, dass jemand (*keuch* Ron *keuch*) die Geduld verlieren und ihn hinaus treten oder vielleicht prügeln würde. Seine absolute Unverfrorenheit schien jeden in seinem Bann zu halten.
In diesem Moment huschte Hermiones verräterische Katze hinüber und rollte sich mit einem Schnurren wie der Hogwarts Express auf Malfoys Bauch zusammen.
Die Hälfte der Mädchen im Raum sah furchtbar neidisch aus.
„Krummbein!“, rief Hermione aus.
Malfoy hob eine Augenbraue. „Du hast wirklich ein Talent für die Namenssuche, nicht wahr, Hermione? Armes Kätzchen. Braves Kätzchen. Ja, du bist ein süßes Kätzchen.“
Dass Hermione noch den Tag erlebte, an dem Malfoy mit ihrem Kater kuschelte...
Obwohl –wenn’s nach Harrys Erzählung ging, hatten die Gryffindor-Jungs etwas erheblich Traumatischeres miterleben müssen.
„Ich mag Katzen“, erzählte Malfoy im Plauderton weiter und schien sich des Angaffens aller Anwesenden selig unbewusst. „Krummbein und ich haben uns kennen gelernt, als ich eine Ratte war. Er hat ein paar tolle Geschichten auf Lager. Habt ihr mal von seinem unglücklichen Missverständnis bezüglich Professor McGonagall in ihrer Katzen-Form gehört?“
Vor dem Hintergrund von Keuchen und Kichern sagte Hermione zornsprühend: „Das erfindest du doch, Malfoy!“
„Würde ich dich anlügen, Baby?“
Hermione verschluckte sich an ihrer Wut.
„Das ist ja genau wie ‚Truly Madly Deeply ’ “, flüsterte Lavender hingerissen zu Parvati. „Als Lance zu Priscilla zurückkehrt, zum Schock der ganzen Pfarrgemeinde, und sich dann heraus stellt, dass sie seine Mutter ist!“
Malfoy grabschte sich einen Stuhl und setzte sich zu ihrer Begeisterung in ihre Mitte.
„Lance ist Priscillas Mutter?“, sagte er. „Aber was ist mit dem Baby?“
„Ach, das ist eigentlich Gregs Baby“, antwortete Parvati leicht irritiert.
„Aber Greg ist auch Priscillas Sohn!“, rief Malfoy aufgeregt.
„Oh nein, weißt du, Greg und Lance sind bei der Geburt vertauscht worden“, informierte ihn Parvati wissend. Sie tauchte jetzt richtig in den Geist der Dinge ein.
„Warte, ist denn Greg nicht mit Frances verheiratet?“
„Ja, aber es hat sich herausgestellt, dass Frances eigentlich ein Mann ist!“
„Das hatte also die geheimnisvolle Aftershave-Flasche zu bedeuten! Darüber habe ich mich seit Ewigkeiten gewundert.“
Als Hermione um einen speziellen Fernseher gebeten hatte, um damit die Nachrichten sehen zu können, hatte sie nicht erwartet, dass ihre Zimmergenossinnen süchtig nach den verdrehten und verwickelten Muggel-Seifenopern werden würden.
Von Malfoy hatte sie das ganz sicher nicht erwartet.
Der ganze Raum sah zu, wie Malfoy extravagante Gesten machte und verworrene inzestuöse Affären mit großer Anteilnahme diskutierte.
Andererseits hatten sie immer den Verdacht gehabt, dass Slytherins auf solche Sachen stehen.
Ron gab ein angewidertes Geräusch von sich und fuhr fort, seine Zaubertränke-Hausaufgabe verständnislos anzustarren.
Malfoy lehnte sich auf den Stuhlbeinen gefährlich weit zurück, um einen Blick darauf zu werfen.
„Du musst da Baumschlangen-Haut zufügen“, half er ihm in einem hilfreichen, wenn auch äußerst gönnerhaften Ton. „Sonst stirbst du.“
Ron verzog das Gesicht. „Ich brauche deine Hilfe nicht.“
„Doch, Weasley, die brauchst du, wirklich. Du gibst dem Ausdruck ‚unfähig’ eine ganz neue Bedeutung.“
„Und hör auf, mich zu belästigen!“
„Ich würde es hassen, dich in deinem glorreichen Fortschritt auf dem Wege akademischen Versagens zu behindern.“
„Warum lässt du Ron nicht in Ruhe“, blaffte Hermione unter Seamus’ hysterischem Nicken, „und sagst uns, was du hier willst?“
„Aber sicher, meine Dame“, sagte Malfoy. „Ich bin wegen meiner Rache hier. Und wegen so vielen Gastgeschenken, wie ich nur mitnehmen kann.“
Die Gryffindors sahen verständnislos drein.
Draco überlegte sich, dass dies kein ungewöhnliches Aussehen bei ihnen war.
„Seht es mal so“, erzählte er ihnen fröhlich. „Ich werde in eine Ratte verwandelt. Tralala. Wen sollte Klein-Draco wohl verdächtigen? Es ist doch so: Ich war in einem Raum mit meinen Gefolgsleuten, Liebessklaven und – oh, ja – Todfeinden. Hm, das ist schwierig.“
„Vielleicht hatten die Slytherins ja das Gefühl, dass sie dich loswerden müssten“, schlug Hermione vor. „Ich hätte vollstes Verständnis dafür.“
Malfoy schob die Schmolllippe vor, während er scheinbar darüber nachdachte.
„Nah“, schlussfolgerte er. „Wir Slytherins sind ein süßes und einfaches Völkchen. Warum sich die Mühe machen, mit Verwandlung herum zu pfuschen, wenn man genauso gut einen perfekten Mord begehen könnte?“
Also, je länger er davon sprach, desto besser klang Mord in Hermiones Ohren.
Malfoy lehnte sich in seinem Stuhl zurück und räkelte sich genüsslich. Jedes weibliche Wesen im Gemeinschaftsraum lehnte sich vor, um einen besseren Blick zu erwischen.
Hermione blickte mit schockiertem Vorwurf zu Ginny hinüber. Ginny zuckte die Achseln.
Ehrlich, Rotschöpfe waren solche Füchsinnen.
„Also werde ich einfach hier ein bisschen herumhängen“, beendete Malfoy seine Erläuterungen fröhlich. „Einen kleinen Strahl Sonnenschein in euer Leben bringen. Diesen geschmacklosen Raum verzieren. Und die Gefangennahme und Folter eines aus eurer Mitte planen.“
Dean Thomas nervöse Hand schlug einen extrem dissonanten Ton auf seiner Gitarre.
Malfoy sah begeistert aus und schoss von seinem Stuhl hoch.
Hermione war entsetzt, dass sie bemerkte, dass er das mit der anmutigen Eleganz eines Menschen tat, der sich bewusst war, dass jeder, der jemand sein wollte, heutzutage von Stühlen hochschoss.
„Wow, ist das ein Muggel-Instrument? So was, worauf man Muggelmusik macht? Wie die Beetles?“, fragte Malfoy.
Hermione konnte ihn Beatles falsch buchstabieren hören.
Dean bestätigte vorsichtig, dass es sich um so eines handele.
„Großartig!“, sagte Draco. „Bring mir bei, wie man Lärm macht.“
*
Und... so war es nun also.
Parvati und Lavender segelten auf rosa Wolken der Seligkeit. Ginny (Füchsin!) schien angenehm unterhalten. Dean schien sogar tatsächlich Freundschaft mit Malfoy zu schließen. (Trau nie einem Gitarrenspieler.) Neville erledigte Botengänge für ihn.
Harry war abgestoßen, und Ron hielt seine Augen weiter geschlossen und wünschte das alles weit weg. Seamus ließ sich Prozac von zu Hause zuschicken.
Und Hermione beobachtete.
Sie beobachtete, wie Malfoy in ihrem Schlafraum lag und mit totaler Faszination inmitten eines Haufens kichernder Mädchen ‚Truly Madly Deeply’ sah.
Musik anzuschalten schien bei ihm einen ebenso freudigen Anfall von Schizophrenie auszulösen.
Er stahl fröhlich Deans Gitarre, und wurde innerhalb einer Woche richtig gut darin. Dann weigerte er sich vehement, sie zurück zu geben.
Als man ihm Deans Fußballposter zeigte, quälte er die aufgedruckten Figuren mit Nadeln, weil er wollte, dass sie sich bewegten.
Er spielte Snape Explodiert und mogelte unbeschreiblich. Das Konzept, fair zu spielen, schien er einfach nicht zu begreifen, selbst nach zahlreichen Erklärungsversuchen nicht.
Dann forderte er Ron zu einem Spiel Zaubererschach heraus – und gewann. In der Folge sang er seine eigene Lobeshymne volle vierzig Minuten lang, woraufhin Ron ihn mit dem Schachbrett verprügelte.
Er klaute Harrys Ausgabe von ‚Quidditch Im Wandel Der Zeiten’, und las es von Buchdeckel bis Buchdeckel, und führte dann ein Brüllmatch mit Harry über den Wronski-Bluff, das darin endete, dass sich die beiden mit ihren Besenstielen prügelten.
Was Seamus über Symbolismus brabbeln und nach seinem Prozac rennen ließ.
Die Slytherins trösteten sich mit dem Gedanken, dass ihr Kapitän unterwegs war in der hehren Pflicht, die Gryffindors um ihr kleines bisschen Verstand zu bringen.
Hermione fand jeden einzelnen Aspekt seines Verhaltens abstoßend und ihn wahrscheinlich die schrecklichste Person auf der ganzen Welt.
Zu ihrem Horror stellte sie fest, dass sie sich an ihn gewöhnte.
*
„Jetzt sag schon, wieso tänzelst du hier in deiner Unterwäsche herum?“
Diese höchst Malfoyeske Zeile wurde von dem einzigen örtlichen Vertreter dieser verfluchten Zuchtreihe gesprochen. Er lag neben dem Feuer, Krummbein auf seiner Brust, auf seinem Stammplatz (dass sie einen Stammplatz für Malfoy hatten! Diese Schande!).
Dean Thomas sah an seiner Jeans hinunter und sah leicht überrascht aus.
„Ähm – bist du an Seamus’ Prozac gewesen? Weil, uhm – dieses Zeugs ist nicht gesund.“
„Aber es macht so einen Spaß“, maulte Draco. „Egal, der selbstsüchtige irische Arsch lässt mich sowieso nicht in die Nähe davon. Ich habe nur die Zustand deiner Entkleidung kommentiert.“
„Entkleidung?“
„Wenn du damit die Weiber in lüsterne Raserei versetzen willst, schlage ich vor lieber in einen Vielsaft-Trank zu investieren und mir eine skandalös hohe Summe für ein paar meiner Haare zu zahlen.“
„Malfoy, hör mit deinem Quatsch auf“, mischte sich Harry beinahe tolerant von einem Stuhl aus ein.
‚Merkt ihr das eigentlich alle?’ fragte sich Hermione innerlich. ‚Er wächst euch ans Herz? Der Junge ist ein großes, blondes und unwiderstehliches Krebsgeschwür!’
„Ich verstehe nicht“, sagte Dean. „Äh, Mutter hat mir neue Levi’s zu meinem Geburtstag geschickt. Ich darf die im Gemeinschaftsraum anziehen.“
Malfoy lachte sein charmantes – hassenswertes! – Lachen.
„Richtig. ‚Levi’s’. Als ob das ein Wort sei.“
Das Gleiche hatte er gestern Abend über ‚Moral’ gesagt.
Es war Hermione, die begriff, wovon er redete, und es ihm erklärte. „Das sind Muggelkleider. Erinner’ dich, wie das, was die Leute beim Quidditch Weltcup getragen haben.“
Ganz klar, Malfoys behelligten sich selbst nicht mit solchen Tricks. Hermione erinnerte sich an einen Zauberer, der in einem Kleid beim Quidditch Weltcup herumgelaufen war, damals in ihrem vierten Jahr. Hochgeborene Zauberer waren bedauerlich schlecht informiert über die Muggelwelt.
„Muggel tragen Unterwäsche auf der Straße? Muss das ein Bild der Verderbnis und öffentlicher Orgien sein!“, sagte Draco. Er sah sehnsüchtig aus. „Ich wünschte, ich könnte mal hin.“
„Du warst nie in der Muggelwelt?“, fragte Ron und gab den Anschein auf, nicht zuzuhören.
„Natürlich war ich nie in der Muggelwelt!“, informierte ihn Draco streng. „Die bloße Vorstellung... Meine Eltern wären entsetzt.“
Ron sah beinahe verständnisvoll aus.
„Ich weiß, meine Eltern lassen bisher noch nicht mal Percy in die Nokturngasse.“
„Oh, Nokturngasse? Netter Ort. Hab da schon als Kind Murmeln gespielt.“
„Mit Schrumpfköpfen, wie es einem Malfoy geziemt?“, warf Hermione mit einem Maximum an Sarkasmus ein.
Draco lächelte verträumt. „Ich liebe dieses Spiel.“
„Hör mal, ich trage keine Unterwäsche!“, rief Dean aus. „Uhm. Das heißt...“
„Es sieht aber genau wie Unterwäsche aus“, wandte Draco ein.
Harry sah verwirrt aus. „Was für eine Art von Unterwäsche trägst du denn?“
Seamus, der gerade hereingekommen war, blickte sich in panischer Angst um und begann zu hyperventilieren.
„Du weißt schon... Normale Unterwäsche“, antwortete Draco. „Lange Unterhosen.“
Ron würgte.
Dean schüttelte den Kopf.
„Schaut mal, es ist mir egal, ob ihr Gryffindors skandalöse Aufzüge mit Hippos drauf tragt – und jetzt diese Jean-Unterwäsche-Dinger“, sagte Draco steif.
„Das ist keine Unterwäsche!“, schnappte Dean. „Schau, das ist lächerlich. Komm hoch in mein Zimmer. Uh – du wirst vielleicht deine langen Unterhosen ausziehen müssen.“
Draco folgte ihm, anscheinend recht fasziniert.
Seamus fiel ohnmächtig zu Boden, als sich die Tür schloss.
Lavender richtete ihn gerade auf, als Draco Malfoy zurückkehrte, in einem schwarzen T-Shirt und Jeans.
Sie ließ ihn fallen.
„Um... an Dean haben sie nicht so ausgesehen“, murmelte Parvati.
„Muh“, stöhnte Lavender schwach.
Ginny schloss ihre Augen fest und redete sich wortlos selber „Ich liebe Harry“ zu.
Es stellte sich heraus, dass ein himmelweiter Unterschied zwischen Deans dünner und irgendwie schlaksiger Form und Dracos schlanker und leicht muskulöser Version bestand.
Draco sah sich selber an.
„Bisschen seltsam“, meinte er kritisch, als er an sich heruntersah. Eine silberblonde Bahn fiel in sein Gesicht. „Irgendwie unanständig. Das spricht natürlich eindeutig dafür.“
Er bewegte sich versuchsweise zur Seite.
„Ungh“, machte Lavender.
„Okay“, sagte Dean. „Siehst du jetzt, dass das keine Unterwäsche ist? Gib sie wieder zurück.“
Parvati schien Gott zu versprechen, dass, wenn er das täte, sie für den Rest ihres Lebens brav sein würde.
„Ich denke“, gab Draco zurück, der die Gesichter der Mädchen betrachtete, „ich werde sie noch ein kleines Weilchen anbehalten.“
„Malfoy, zieh sie aus!“
Seamus öffnete die Augen und wurde gleich wieder ohnmächtig.
„Ich behalt sie nur noch einen winzigen Moment länger an“, versprach Draco feierlich.
Deans Hosen waren dem Beispiel seiner Gitarre gefolgt.
„Hermione?“, fragte Harry besorgt. „Bist du in Ordnung? Du bist ja ganz rot geworden.“
„Fein! Fein! Nie besser!“, sagte Hermione schnell und versteckte ihr Gesicht in einem Buch. „Absolut Jeans. Ich meine, prima!“
*
Dracos Jeans verursachten beim Abendessen eine Sensation.
Zahlreiche Mädchen schienen Valentinsverse zu dichten (am fünfzehnten Dezember!). Pansy Parkinson sah ungläubig drein, dass all diese Baby-Opfer sich nun doch endlich ausgezahlt hatten.
Seitens Professor McGonagall gab es eine geringfügig weniger ekstatische Reaktion.
„Mr. Malfoy! Was für eine Art Aufzug nennen Sie das?“
Malfoy blickte mit klaren Silberaugen zu ihr hoch. „Meine Uniform“, sagte er bescheiden.
„Entschuldigung?“
„Es heißt in den Regeln, dass die Uniform verändert werden darf, um den Präferenzen der Schüler zu entsprechen“, erklärte Draco unschuldig. „Ich hab’s nachgeschlagen.“
McGonagall sah das schwarze Material seines Hemds und seiner Hose an.
Draco warf ihr einen gewinnenden Blick zu.
Professor McPlötzlicheSeltsameÄhnlichkeitMitSnape schritt davon.
„Oh, ich habe so den Mann in Man-nipulation eingebaut“, prahlte Draco. „Longbottom, Kaffee.“
Seine Tasse hatte einige Zeit bei Nevilles Ellbogen gestanden, während Neville den Showdown beobachtete. Neville griff danach und stieß sie um.
Alle sahen zu ihnen hinüber.
Nun, Kaffee brannte schließlich auch nicht alle Tage Löcher in die Tischdecke.
„Es scheint, dass der schurkische Gryffindor nun doch die Option eines Mordes wahrnimmt“, sagte Draco in die hässliche Pause hinein. „Longbottom, anderen und weniger tödlichen Kaffee.“
„Äh... hast du wirklich diese Sachen aus deiner Schuluniform gemacht?“, fragte Neville in einem verzweifelten Versuch, die Konversation wieder in Gang zu bringen.
„Seh ich in deinen Augen vielleicht wie ein Hauself aus?“
Und Hermione, der übel war vor etwas Ähnlichem wie Angst, war in der Lage, vernünftig über Draco spotten, als er lässig zu seinem eigenen Tisch zurück tänzelte.
Okay, vielleicht glotzte sie ihm auch nach. Ein winziges bisschen.
Sie war ja auch nur ein Mensch.
Aber es kümmerte sie nicht, was ihm passierte. Gar nicht.
„Ich wünschte, der Blitz würde ihn treffen“, sagte Ron.
„Um, jaaah“, stimmte Hermione ihm zu. „Ich auch.“
*
Draco tauchte an diesem Abend nicht mehr im Gryffindor-Gemeinschaftsraum auf.
Fünf Minuten nach seiner üblichen Zeit herrschte Panik.
„Er ist doch nur eine kleine Ratte!“, brüllte Ron. „Sie haben ihm was Schreckliches getan!“
Lavender schniefte untröstlich in ihr Taschentuch.
„Man kann diesen Slytherins nicht trauen“, sagte Harry düster.
„Das sind ganz schlimme Leute“, steuerte Parvati unter Tränen bei.
„Habt ihr denn eigentlich nicht mehr alle Tassen mehr im Schrank?“, fragte Hermione mit Nachdruck. „Er ist Malfoy! Alias der Stern von Slytherin, der Verüber schrecklicher Verbrechen, von der Sorte schlimmer Leute, die weniger schlimme Leute zum Frühstück verspeist!“
„Ich erinnere mich, wie er seine niedlichen Pfötchen in den Kaffee getaucht hat“, sagte Ron und sah aus, als sei er am Rande der Tränen.
„Und wie seine kleine Nase immer zuckte“, fügte Harry hinzu.
Seamus begann, von oben bis unten zu zucken.
„Er ist so süß und hilflos“, klagte Lavender.
„Seid ihr etwa alle an Seamus’ Prozac gewesen?“
Ron warf Hermione einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Also gut“, sagte er. „Harry, wir werden deinen Umhang nehmen und den armen Fluffy den Klauen des Bösen entwinden!“
„Hört mal, wenn er sich tatsächlich in den Klauen des Bösen befindet, wird er wahrscheinlich sauer, wenn ihr sie dabei stört!“
„Manche Leute kümmert wirklich gar nichts“, setzte Ron mit einem Starren hinzu.
Am Ende entschied sich Hermione, mit ihnen zu gehen. Nicht etwa, dass sie sich Sorgen machte. Aber irgendjemand musste doch diese Jungs aus den Schwierigkeiten heraus halten.
*

#68 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 21.01.2010 21:51

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Herrlich :). Man, so gewinne ich Draco auch total lieb :)

#69 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 21.01.2010 22:13

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voll süß

#70 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lestat 22.01.2010 14:42

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So ein richtiger Bandit, he? Erinnert mich an mich, als ich so 14 Jahre alt war :)

#71 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 22.01.2010 17:16

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Ohoo, Lestat! =)

Ach Lady, Draco MUSS man lieb haben x3

#72 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 22.01.2010 22:40

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weeeeeeeeeeeeeeiter xD

#73 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von GlasSeele 23.01.2010 16:24

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Draco glitt friedlich in den Schlaf.
Ich bin nur ein kleiner Muffin auf einem Grillrost, dachte er. Warm getoastet... na ja, wahrscheinlich eher nicht gerade im Begriff, mit Sahne und Marmelade bestrichen zu werden, aber man kann ja nicht alles haben.
Manches muss man sich erst stehlen, wenn die anderen gerade nicht hinsehen.
Er versank gerade in süßen Schlummer, als er sich der seltsamen Stimmen draußen vor seiner Tür bewusst wurde. Sie schienen heimlichtuerisch sein zu wollen, was ihnen aber gründlich misslang.
Konnten keine Slytherins sein. Wahrscheinlich nur ein Traum.
„Wohin gehen wir?“
„Na, in seinen Schlafraum...“
„Oh, ich wusste, dass das ein schlechter Plan ist...“
„Wstfgl“, brummelte Draco, Ausdruck einer hochmütigen Verärgerung, die ein wenig erstickt heraus kam. Blöder Traum. Wieso hatte er so einen blöden Traum? Bei Onkel Ethelfried hatte es auch mit komischen Träumen angefangen.
Harry, Ron und Hermione brachen durch die Tür.
Und die hatten sich dann bei ihm zu regelrechten Halluzinationen entwickelt.
„Oh, hey, Malfoy“, sagte Harry. “Um, wir kommen nur, um zu überprüfen, ob du noch am Leben bist.”
Moment, diese dämliche Rede musste original Gryffindor sein.
Draco krallte sich an der Bettdecke fest.
„Hermione!“, sagte er wirklich erschrocken. „Raus hier! Ich bin nicht anständig gekleidet!“
Harry sah zu ihm herüber.
„Du trägst einen kuscheligen Pyjama“, betonte er.
„Das meine ich doch gerade!“
Hermione, die irgendwie abgelenkt war von dem Anblick eines ganz verwuschelt und entzückend – das heißt blöde! – aussehenden Draco in seinem Pyjama, sammelte sich und richtete ihren kalten Blick fest auf ihn.
„Wo bist du gewesen, junger Mann?!“, verlangte sie eine Erklärung.
„Oh, bitte nicht“, bettelte Draco. „Du klingst genau wie Professor McGreulich. Ich hatte Kopfschmerzen und bin ins Bett gegangen. Wahrscheinlich das Unschuldigste, was ich je getan habe. Was macht ihr Leute hier?“
„Äh...“
„Sie waren verrückt vor Sorge“, erklärte Hermione kühl.
„Oh komm, du auch“, murmelte Harry rebellisch.
„Ihr wart verrückt vor Sorge“, wiederholte Draco ausdruckslos.
„Na ja, das ist hier ein gefährlicher Ort“, murmelte Harry.
„Ich bin eine gefährliche Person“, sagte Draco selbstgefällig. „Und ich lebe seit beinahe sieben Jahren hier! Du Idiot.“
Draco hielt nichts davon, um den heißen Brei herum zu reden.
Einfach in den Brei reinhauen. Eine Lektion erteilen.
„Ehrlich, ihr Leute seid wirklich armselig“, fuhr er fröhlich fort. „Konntet ihr es nicht mal eine Nacht ohne mich aushalten? Was soll dieser verrückte Sturm an meine Seite?“
Harry, der Gradlinige, sah leicht angeekelt aus, als er über die Antwort zu dieser Frage nachdachte.
„Ich schätze... und glaub ja nicht, dass ich das im Licht deiner ‚Ihr Leute seid wirklich armselig’ - Rede nicht noch mal überdenken werde... wir könnten dich, irgendwie, sozusagen, nach der Rattensache und allem, ein winziges bisschen gern haben“, schloss er.
Dracos Silberaugen wurden weit.
„Oh.“
Hermione ergriff den seltenen Vorteil Dracos Schweigens, um einen Weg zu finden, diese schockierende Behauptung wahrheitsgemäß abzustreiten. Sie konnte es nicht.
Mist.
Wenn alles andere versagt, zeig Energie und Kompetenz. Das ist die Waffe der Verdammnis.
„Nun, falls wir es täten – du weißt, schon, diese Sache“, sagte sie, „hätten wir ein paar Fragen an dich.“
Draco sah wachsam aus. „Ist das so was wie ein Test? Muss ich mich so einer Art Prüfung unterziehen?“
Sie setzten sich alle auf das Bett.
„Oh, macht’s euch nur gemütlich. Ich versuche ja gar nicht, zu schlafen.“
„Ist nur um sicher zu stellen, dass du nicht bösartig bist“, versicherte ihm Harry.
Draco warf ihm einen ungläubigen Blick zu. „Was? Ich bin bösartig, Potter. Huhuu... In welcher Welt lebst du denn?“
„Wir wissen, dass du ein ehrloses, unmoralisches Ekel bist“, sagte Hermione.
Draco sah zufrieden aus.
„Wir prüfen nur den ‚Schachfigur des Dunklen Lords’ - Status.“
„Malfoys sind keine Schachfiguren des Bösen“, murmelte Draco. „Malfoys sind die Befehlshaber des Bösen.“
„Ähem“, meinte Hermione. „Wenn dir dein Vater den Befehl gäbe, dich vor deinem Herrn im Dreck zu wälzen, würdest du...“
„In meinen neuen Klamotten? Verzieh dich!“
„Auf den Befehl hin, dunkle Riten zu vollziehen, würdest du...“
„Diesen völlig vergessen und zu einem Drink abzischen. Verantwortungsgefühl - mach ich nicht.“
„Deine Ansicht über das Dunkle Mal ist...“
„Oh, so schäbig und unattraktiv. Kann das Böse denn nicht geschmackvoll sein, bitte ich euch? Ganz zu schweigen davon... – ‚nun, ist diese Person böse? Lass uns mal sehen, ob er ein riesig großes Zeichen auf seinem Arm hat...’ Verflixt unverdächtig. Na, denke ich nicht. Und die nennen sich selber Slytherins. Ha!“
„Das hier ist jetzt wichtig“, sagte Harry eindringlich. „Wenn man dir befiehlt, dir in Voldemorts dunklen Diensten die Hand abzuschneiden...“
„Mich selbst verstümmeln, Potter? Du kranker, kranker Bastard!“
Die Gryffindor-Horde hielt inne und sah sich gegenseitig an.
„Nun“, sagte Hermione. „Technisch hat er bestanden. Aber das scheint alles so verkehrt...“
Draco warf sich in die Brust.
Harry legte seine Hand auf Dracos.
„Ich schätze, du bist im Team“, sagte er mit jungenhaftem Lächeln.
„Kein Grund, mich anzufassen!“, antwortete Draco alarmiert. „Du weißt, dass das nur ein Witz war, richtig? Macht’s dir was aus, jetzt von meinem Bett runter zu gehen?“
„Wir meinen, du musst jetzt gut sein“, erklärte Ron.
„Ha! Viel Glück!“
„Na, wenigstens geringfügig weniger böse”, lenkte Hermione ein.
„Darf ich endlich schlafen, wenn ich einwillige?“
„Ja!“
„Krieg ich eine Belohnung?“
„Nein!“
„Oh... also gut.“
„Siehst du, Draco?“, strahlte Harry herzlich. Draco sah aus, als sei ihm ein wenig übel. „Ist das nicht nett? Es hätt’ schon seit Jahren so sein können, wenn du damals im Zug nicht so ein Idiot gewesen wärst!“
„Das war ich nicht!“, entrüstete sich Draco heftig. „Dieser rothaarige Trottel hat über meinen Namen gelacht! Ich musste dafür sorgen, dass ihm dieser Tag noch leid tat!“
Die Gryffindors sahen ihn nur schweigend an.
„Na, ich bin empfindlich, was meinen Namen angeht“, grummelte Draco. „Er ist im Schulmotto, wisst ihr. Erst wurde ich so getauft, und dann hier hergeschickt. Eltern können so grausam sein. Warum haben sie mich nicht einfach Neville Longbottom Malfoy genannt und waren damit durch?“
Ron schien Dracos Schmerz nicht zu fühlen, der mitleidslose Mistkerl.
„Also hast du sieben Jahre damit verbracht, uns das Leben so elend wie möglich zu machen, weil du empfindlich wegen deines Namens bist?“, fragte er nachdrücklich.
„Wir Malfoys sind eine rachsüchtige Sippschaft“, antwortete Draco.
„Du bist krank...“, sagte Hermione im Hinausgehen.
Das Letzte, was sie sah, war dieser irritierend geschmeichelte Blick in Dracos Gesicht.
Nur Hermione befand sich unter dem Umhang, als sie die Tür schlossen. Harry und Ron drehten sich gerade um und sahen der Person ins Gesicht, die sie aus dem Slytherin-Flur verständnislos ansah.
„Hey“, sagte Harry mit seinem unschuldigen Grinsen. „Wir haben nur gerade mal Draco besucht. Ich würd da allerdings jetzt nicht reingehen, er ist im Bett.“
Ein paar Minuten später musste das versammelte Haus Slytherin gemeinschaftlich Pansy Parkinson mit Gewalt vom Selbstmord abhalten.
Dann schickten sie einen Notruf nach etwas von Seamus’ Prozac.
Als sie erst mal draußen waren, wechselten Harry, Ron und Hermione leicht verwirrte Blicke.
„Also... wir mögen jetzt Malfoy?“, fragte Ron zweifelnd.
„Scheint so“, gab Harry zurück.
Pause.
„Also“, fragte Ron noch einmal eindrücklich, „haben sich hiermit die Meere in Blut verwandelt, und es herrscht ein Monat blauer Monde?“
„Ich bin sicher, der Wetterbericht wird’s uns mitteilen“, sagte Hermione.
*
Es gab Spekulationen über das Gryffindor / Ravenclaw Quidditch-Match.
Die Leute fragten sich, ob Ron Weasley seinen besten Freund oder seine Herzensdame unterstützen würde, und unterhielten sich köstlich bei seinem Anblick, von einem Ende des Spielfeldes zum anderen fliegend und abwechselnd „Los Harry!“ und „Los Herzchen!“ brüllend.
Die Leute fragten sich außerdem, ob Draco Malfoy in den Slytherin-Reihen oder bei den Gryffindors sitzen würde, mit denen er soviel Zeit zu verbringen schien.
Ein anderes Thema hohen Interesses war, ob Draco seine Jeans tragen würde.
Was er tat.
Professor Snape nannte ihn einen Schandfleck auf dem Namen Slytherins. Blaise Zabini nannte ihn ein Sexhäschen.
Er fand, das glich sich aus.
Und Hermione war seltsam unüberrascht, Draco die Gryffindor-Tribüne hochkommen zu sehen, eine riesige grün-silberne Flagge schwenkend.
„Ich beanspruche diesen Sitzplatz im Namen Slytherins“, verkündete er und setzte sich neben sie. „Hey, Liebling.“
„Hallo Malfoy“, erwiderte Hermione. „Ich habe ein wenig über Vielsaft-Trank recherchiert.“
„Gelehrte Frauen sind süß“, meinte Draco anerkennend zu ihr. „Könntest du dir nicht so eine kleine Goldrandbrille kaufen?“
Hermione warf ihm einen Blick zu. Er schien unbeeindruckt.
Natürlich hatten wahrscheinlich sogar Leute, die vor Nonnenklöstern den blanken Hintern zeigten, einen höher entwickelten Sinn für Anstand als Malfoy.
„Es scheint, dass man die Probleme, die auftreten, wenn man den Zaubertrank verwendet, um sich in ein Tier zu verwandeln, dazu nutzen kann, den Zustand dauerhaft beizubehalten – oder zumindest so lange, bis der Zauber auf – äh, die herkömmliche –“
„Ja, ja“, sagte Draco. „Bitte überspring den Teil.“
„Aber es wäre sehr kompliziert“, erzählte Hermione ihm ernst. „Ich kenne eigentlich niemanden, der gut genug in Zaubertränken wäre, um das zu schaffen – ausgenommen dich, mich, und Blaise Zabini.“
„Na, Blaise war es nicht“, sagte Draco auf der Stelle. „Sie hält mich für ein Sexhäschen. Und du bist weiblich, also tust du das wahrscheinlich auch.“
Hermione keuchte.
„Wenn ich mich bloß an ein paar Einzelheiten über diese Person erinnern könnte“, grübelte Draco und haute ihr geistesabwesend auf den Rücken.
Er dachte nach.
Damals, als er die Person gebissen hatte...
Derjenige hatte nach etwas geschmeckt...
Etwas... Er konnte nicht ganz den Finger darauf legen... Aber er würde es wiedererkennen.
„Hör auf... mich... zu hauen“, japste Hermione.
Draco Malfoy stand auf und machte eine Ankündigung.
„Ich muss jeden Gryffindor in der Schule lecken!“
Es gab einen Plumps, ziemlich genau wie von einem bestimmten Jäger, der von seinem Besen fiel.
Wenn das so weiterging, würde Seamus einen ernsthaften Hirnschaden erleiden.

With a woman it’s imperative you show her that you love her
Baby don’t you know it’s her prerogative to change like the weather
I’m seeing the signs
You know I used to think that love was blind
Well fool I’m a woman
Fool I’m a woman
And I’m about to change my …
And I just changed my mind

#74 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Lady Evanesca 23.01.2010 18:08

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Also das Ende ist doch wirklich unverhofft! "Ich muss jeden Gryffindor..." *rofl*

#75 Draco Malfoy... die sagenumworbene, hopsende Ratte von Cat 24.01.2010 12:38

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so geil das kann man missverstehen xD

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