#1 D wie Dracula von Lestat 11.05.2007 12:26

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Dracula hieß einer der grausamsten Fürsten aller Zeiten, Vlad Tepes, und nach ihm benannte der Ire Bram Stoker den Titelhelden seines 1897 erschienenen Romans.
Der Inhalt ist schnell erzählt: Der Vampir Graf Dracula kauft in London ein Haus, um sich die moderne Welt und vor allem deren Blut zu erschließen. Den Anwalt, der ihn in seinem Schloß aufsucht, Jonathan Harker, überläßt er, nachdem er ihn gebissen hat, drei Vampirfrauen (Textauszug), Harker kann aber fliehen. Doch er kommt zu spät nach London: Dracula hat bereits Lucy, eine Freundin seiner Verlobten Mina, gebissen; diese stirbt und wird zur Vampirin. Einer der drei Männer, die sich um Lucy bemühten, Dr. Seward, holt seinen alten Lehrmeister van Helsing zu Hilfe, der schnell das Geheimnis lüftet und Lucy durch Pfählen vom Vampirdasein erlöst. Der Rest des Romans schildert die Jagd auf den Grafen; seine Gehilfinnen werden von van Helsing vernichtet (Textauszug), und schließlich ereilt auch Dracula sein Schicksal.
Der eher erfolglose Autor und Theatermanager Stoker hat in Dracula auch seinen Chef, den berühmten Schauspieler Henry Irving, porträtiert – die Beschreibung stimmt bis in die Einzelheiten, und der »Held«, van Helsing, heißt Abraham.
Deshalb ist wohl auch weniger der Vampir als der Vampirologe so schreckenerregend: »Am Ende ist Dr. van Helsing das wahre Ungeheuer des Romans, dessen Motive man nicht kennt, dessen Handlungen unberechenbar sind, ... während Dracula an seine armseligen Vampirregeln gebunden ist.« (Sturm).
Bram Stoker war übrigens von LeFanus »Carmilla« so beeindruckt, daß Jonathan Harker im ursprünglichen Einleitungskapitel des Romans das Grab der Gräfin entdeckt. Das Kapitel wurde später gestrichen, nach Stokers Tod aber als »Draculas Gast« veröffentlicht.
»Dracula« wurde der erfolgreichste Vampir-Roman überhaupt – ein mittelmäßiger, prüder Trivialroman bestimmt unser Bild des Vampirs bis heute. Wie so oft in Politik und Kunst stimmen Qualität und Wirkung nicht überein – man denke nur an Hitler.
Stoker hat den Siegeszug seiner Romans, oder besser seiner Romanfigur, nicht mehr erlebt. Als er 1912 an »Überarbeitung« starb, war das Buch noch ziemlich erfolglos, wenn auch bereits 1908 die erste deutsche Übersetzung in Leipzig erschienen war. 1925 wurde der Roman dann fürs Theater bearbeitet, 1927 gab es in London bereits die 250. Vorstellung, und 1922 die erste »Dracula«-Verfilmung: den berühmten Stummfilm »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens« von Friedrich-Wilhelm Murnau. Erst der Film hat Dracula so richtig bekannt und zu einer modernen Legende gemacht.
In Deutschland liegt der Roman »Dracula« in mehreren Ausgaben vor.
Immer wieder wird/wurde versucht, die Geschichte fortzuschreiben.

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