#1 Vampir Liebe - Kapitel 8 von Phoebe McGonagall 28.11.2007 15:44

avatar

VIII.

Man hatte Nereus verurteilt, weil er Harriet beißen wollte, obwohl sie ein Stammesmitglied war. Der Nebel hing über dem abendgrauen Horizont, der allmählich immer dunkler wurde. Der ganze Vampirstamm - mit ein paar Ausnahmen - war auf einem alten Friedhof des Waldes versammelt, der sogar am Tage noch dunkel war. Die Vampire saßen auf den Grabsteinen und schauten beim Urteil zu und jeder trug schwarze Roben – selbst Harriet –, die vor dem kalten Nebel schützten, so sahen alle aus wie Krähen.
Alpaslan saß auf der höchsten Stufe, des Richtertisches und schaute Nereus mit böse funkelnden gelben Augen an, wobei Nereus auf dem Boden schaute.
„SCHAU MICH AN, NEREUS!“ schrie Alpaslan zornig.
Nereus schaute beängstigt auf. Jeder hatte starken Respekt vor Alpaslan, der auch zornig werden konnte und er war auch der älteste von allen. Nereus schluckte schwer. Er hatte doch nur sich befriedigen wollen, da er auf einmal ein starkes Bedürfnis nach Blut gehabt hatte.
Er hatte sich nicht zügeln können und so musste er sie einfach beißen. Alpaslan beugte sich über seinen Pult, um Nereus besser sehen zu können.
„ALS STRAFE DAFÜR, DASS DU HARRIET SORCIÈRE BEIßEN WOLLTEST BEKOMMST DU ZWANZIG SCHLÄGE MIT DEM ROHRSTOCK PRO TAG. BEI EINEM WEITEREN VERGEHEN WIRD DIE HÖCHSTE STRAFE IN KRAFT GESETZT.“
„Ja wohl, Meister Alpaslan!“
Damit wurde Nereus weg geschickt und der Jüngling Martin kam an die Reihe. Der wurde Angeklagt, weil er mit der Tochter des Häuptlings vom verfeindeten Stamme „Eisenhut“ zusammen war. Daraufhin wurde er zu drei Monaten Verdammnis auf der Isle of Man verbannt, um über seine Sünde nachzudenken. Dann nach vier weiteren Verurteilungen waren die Gerichtsverhandlung en beendet.
Man ging leise wie bei einem Trauermarsch zurück zum Quartier, der im Vollmondlicht in seiner ganzen Pracht strahlte. Sanguis nahm Harriet bei der Hand und wollte sie zu einem Grabstein ziehen, als sie die Stimme von Harriets Mutter hörten. So gingen sie wieder in die Schlange, wo jeder in seiner Schicht lief. Anastasia lief neben Harriet, die nur auf dem Boden schaute.
„Was ist denn Liebes?“, fragte Anastasia mütterlich.
„Nichts, Mum!“
„Es muss was sein, sonst würdest du nicht ohne Grund auf den Boden starren. Also was ist?“
„Weshalb wird man bestraft, wenn man versucht, mich zu beißen?“
„Ähm….dazu bist du noch zu jung, Harriet.“
„ZU JUNG?“, brüllte Harriet. „IMMER BIN ICH ZU JUNG FÜR ETWAS. ICH DARF KEINEN GESCHLECHTVERKEHR HABEN ODER NICHT OHNE BESCHEID ZU SAGEN RAUS.“
Tränen liefen über Harriets inzwischen sehr blasses Gesicht. Sie versuchte die Tränen zu unterdrücken, was nicht so recht klappen wollte. Ihre stillen Schritte hörte man nie denn Harriet hatte das Schleichen von Großesrotblut beigebracht bekommen. Anastasia wollte hinter her, aber da hatte sie schon Anastasius an der Schulter festgehalten.
„Liebling, lass sie eine Zeitlang allein, um mit der Situation fertig werden. Eines Tages wird sie schon erfahren, wer sie wirklich ist.“
„Aber Anastasius! Wir können ihr es doch nicht vorenthalten.“
„Doch! Wir müssen es sogar.“

Alpaslan schritt vor seinem Tische auf und ab, wobei Athene ihren Säugling stillte. Noxadoris lag schlafend auf dem Ehebett, da sie Fieber bekommen hatte, was ihre Eltern nicht mitbekamen. Die Tür ging auf und ein Mann von fünfundzwanzig Jahren betrat das Schlafzimmer.
Noxadoris erwachte mit einem Male und wich von ihm zurück. Ein lächeln legte sich auf die Mundwinkeln des Mannes, da Noxadoris ihn an seine einzige Tochter erinnerte. Alpaslan schank dem Gast Whiskey ein, der das dankend annahm. Athene durfte während der Stillzeit keinen Alkohol zu sich nehmen und Alpaslan wurde es untersagt, da er ein Alkoholiker gewesen war.
„Weshalb sind Sie gekommen Mr. -.“
„Mr. McGonagall-Smith!“, sagte der Mann ruhig. „Ich bin vom Zaubereiministerium gekommen, da man Harriet Sorcière braucht.“
„Für welchen Zweck?“, fragte Athene.
„Das weiß ich leider nicht. Ich bin nur ein armer Auror.“
„Ein A u r o r. Wusste ich’s doch. Raus hier! S o f o r t!“ brüllte Alpaslan.
„Warum auf einmal so wütend?“, fragte McGonagall-Smith.
„Weil – Noxadoris könntest du bitte gehen – weil mal ein Auror unser erstes Kind ermordet hatte.“
„Das ist, ja, traurig. So was in der Art habe ich selbst miterlebt. Nur bei mir wurde meine jüngste Schwester von Todessern ermordet und das leider in den Armen meiner Mutter.“
Athene hatte Tränen in den Augen gehabt und damit die beiden Männer es nicht sahen legte sie ihren Sohn in die kunstvoll bearbeitete Wiege.
Mit dem Ärmel wischte sie die Tränen weg und setzte sich wieder zu den Männern. Sie schaute in die Augen des Fremden und merkte, dass diese merkwürdig grün-braun waren. Ein Bild von einer jungen Frau, die hochschwanger war und mit einem kleinen Mädchen an der Hand auf einem Friedhof war, wo noch andere Menschen in schwarz waren; kam vor Athenes Augen.
Alpaslan schaute seine Gattin merkwürdig an, aber der Fremde stand vom Stuhl auf und trank den letzten kleinen Schluck Whiskey aus. Alpaslan und der Fremde schüttelten sich zum Abschied die Hände, bevor er ging. Als er gegangen war, wollte Alpaslan seine Gattin über die Wange streichen, die reflexartig seine Hand wegschlug.
„Alpaslan Jeffrey Blutmann, worüber habt ihr mit einander geredet und kanntest du diesen Mann etwa?“
„Liebling, es ist nichts für die Ohren einer Frau und ja ich kannte ihn.“
„W a s?! Und du übergibst Harriet dem Zaubereiministerium t?“
„Nein das werde ich nicht so lange tun, bis sie sich einem Mann hingegeben hat, denn erst dann können ihre Fähigkeiten sich entfalten.“
„Das stimmt nicht, das weißt du ganz genau, aber wieso erst dann wenn sie verlobt ist?“
„Weil dann kein anderer sie so-.“
„Alpaslan, könnte ich kurz mit ihnen reden?“, fragte Anastasius vorsichtig.
„Worum geht’s denn? Um Harriet?“
„Genau!“
Athene wollte gerade was sagen, aber hatte sich Alpaslan zu ihr umgedreht und Athene schwieg. In der Zeit lag Harriet in ihrem Himmelbett und versuchte zu schlafen, da es ihr nicht gut ging und sie überkam eine Woge aus Kälte, wobei sie anfing stark zu zittern. Allmählich gingen ihre Augenlieder zu und sie kam in die Welt der Träume.

Eine Frau, die hochschwanger war, lag auf einem weichen Himmelbett, wobei eine Frau neben ihr saß und die Stirn mit einem Lappen betupfte. Die Hebamme half der Schwangeren bei der Geburt, die sich als sehr kompliziert herausstellte, da sie Kindbettfiber bekommen hatte.
Das weißblonde Haar klebte ihr an der Stirn, die schweißnass war und das Fieber wollte einfach nicht heruntergehen. Die Frau mit dem Lappen tat alles um das Fieber zu senken, aber es wollte einfach nicht, wobei die Mutter unter unermesslichen Schmerzen schrie.
Ihr Atmen ging immer flacher und die Hebamme hielt nach vierundzwanzig Stunden ein kleines schreiendes Bündel in den Armen. Die Mutter nahm zum ersten und letzten Male ihre Tochter in die Arme; das Einziege was sie vor ihrem Tode sagte, war der Name des Kindes. Der Vater war nicht mehr auffindbar als die Hebamme es ihm geben wollte.


„Harriet?“, fragte eine Frau, die langes gelocktes violettes Haar was ihr bis zur Taille ging. Dazu tug sie ein schwarzes Rococokleid, wo am Dekoltè Spitzen waren; denn der Vampirstamm war für seine kunstvollen bearbeiten Spitzen in der ganzen Welt bekannt. Die von Cäsarea, waren hellblau, wie die von Harriet.
„Was ist denn, Cäsarea?“, fragte Harriet verschlafen.
„Soll ich einen Arzt holen, denn du hast sehr hohes Fieber?“
„Wenn es sein muss?“, fragte Harriet genervt.
„Ja muss es!“
Mit diesem Satze ging Cäsarea aus Harriets Zimmer, die dann sofort weiter schlief. Der Arzt kam sofort als er von Cäsarea erzählt bekommen hatte, das Harriet sehr hohes Fieber habe. Er stellte die Diagnose das Harriet Sonnenlicht brauchte um wieder Gesund zu werden, aber dies war schwierig,
da sie eine Stützperson brauchte um laufen zu können, da Harriet schwindlig geworden war, als sie aus dem Bett sollte.
Also musste man auf die Hoffnung der Vampirgötter setzen. Anastasia brachte jeden Tag eine neue Opfergabe, aber Harriets Situation wurde Tag für Tag kritischer und sie bekam immer den einen Traum.
So versuchte Harriet nicht zu schlafen, aber sie schlief dann vor Erschöpfung wieder ein – was meist eine Ohnmacht war. An diesem Abend hatten sich die Ältesten des Stammes zusammengesetzt und diskutierten, was sie mit Harriet machen sollten.
Alpaslan saß in seinem Häuptlingsstuhl, der aus Gold war und überlegte hartnäckig was sie machen konnten, damit es Harriet besser ging.
„Wir sollten einen Arzt holen!“, sagte Engeltrud, die zweihundertzweiundz wanzig war, aber wie vierzig aussah. Das braune Haar waren zu einem strengen Dudt im Nacken zusammen, wobei eine goldene Quadratischebrille auf ihrer Knochrigen Nase saß und das schmale Magersüchtige aussehende Gesicht streng würken ließ.
„Wieso wir haben doch einen.“, sprach Gerold mit einer Pfeife zwischen den Zähnen gepresst.
„Ich meine damit, dass wir einen der bei Lichte lebt.“
„Das ist doch Unsinn, Engeltrud.“
„Da stimme ich Gerold zu, denn sie werden uns bestimmt nicht helfen, da wir sie ja jagen, um deren Blut zu trinken. Also würde ich sagen, dass wir die anderen Stämme fragen sollten ob diese Gegenmittel haben oder wissen, was sie hat.“, sagte Adelman mit seiner kindlichen Stimme, wobei seine goldenen aussehnden Augen zu Engeltrud schauten, die nur stumm in streng begutachtete.
„So würde ich’s ja auch tun, aber vergessen wir hier nicht grad’, das wir mit den anderen Stämmen verfeindet sind. Glaubt ihr ernsthaft, dass sie uns helfen werden? Das würden sie nie im unendlichen Leben eines Vampirs tun.“, sagte Osanna barsch.
Osanna war genauso alt wie Engeltrud und sogar noch strenger - vorallem mit sich selbst. Sie war auch perfekt in allem, denn sie hinterließ nie einen Blutfleck auf ihrer Robe oder auf ihrem Opfer. Sia saß stock steif auf ihrem Stuhl und entfernte ein weißes Haar von ihrer blauen Samtenrobe.
„Das reicht. Sonst fauchen wir uns gleich vor Wut an und so was bringt ganz und gar nichts für Harriet.“ sprach Alpaslan gebieterisch.
„Apropos Harriet, sollten wir sie nicht endlich mit Sanguis verloben?“, fragte Bruno, ein rundlicher Vampir, der immer lieb zu seinen „Mitmenschen“ war.
„Stimmt. Ich würde sagen spätesten dann wenn sie gesund ist, sonst bringt es nicht.“, sagte Bogusch.
„Gut und jetzt zurück zum Thema. Wir könnten auch Professor Dumbledoree fragen, ob er uns seine Krankenschwester aus Hogwarts schicken könnte.“ sagte Alpaslan.
„Professor Dumbledoree?“, sagte der ganze Vampirstamm misstrauisch im Chor.
„Ja ihr habt mich richtig verstanden!“

Vampir Liebe - Kapitel 9

#2 RE: Vampir Liebe von Lestat 04.12.2007 14:14

avatar

Tolle Geschichte!!

#3 RE: Vampir Liebe von Evanesca Feuerblut 04.12.2007 20:30

avatar

Alle brauchen Harriet, aber keiner nimmt auf ihre Gefühle Rücksicht.

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz