#1 Vampir Liebe - Kapitel 14 von Phoebe McGonagall 26.12.2007 18:30

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XIV.

Die schweren, dunklen Eichentüren öffneten sich langsam, da sie so schwer waren, dass man sie kaum öffnen konnte.
Madam Price räumte ein paar Bücher zu ihren alten Plätzen zurück und merkte nicht einmal, dass ein Schüler herein gekommen war.
Harriet ging langsam zu einem der vielen Bücherregalen und nahm ein Buch hervor. Es war ein Buch über Zaubersprüche, die so selten waren, dass sie kaum jemand noch kannte. Natürlich fragte sich Harriet nicht, wieso das Buch ausgerechnet in Hogwarts stand.
Das Buch war so interessant, dass sie alles um sich herum vergaß und erst zum Abendbrot wieder auftauchte, wo sie schon ein paar duzend Bücher verschlungen hatte.
Sie trug einen hohen Bücherstapel vor sich her und ging, zwar schwankend, aber sicher zum Gryffindortisch. Sie wusste nicht, was auf sie zukommen würde, da sie seid Verteidigung gegen die dunklen Künste nicht mehr zum Unterricht gekommen war.
Nichts ahnend setzte sie sich an das Ende des Tisches und schlug eines der Bücher auf, wobei sie etwas zu sich nahm. Etwas Trippelndes nahm sie hinter sich wahr, als sie ihr zehntes Buch fast durch hatte und gerade das letzte Stück Eierkuchen essen wollte.
Das Trippeln wurde von einem räuspern gefolgt und erst dann drehte sich Harriet langsam um, wobei sie dann hoch schauen musste, da Professor McGonagall vor ihr stand; wobei sie eine Augenbraue erhoben hatte und ihre quadratische Brille saß ihr auf der Nasenspitze, was fast jeden streng wirken lies, aber Professor McGonagall sah nicht nur streng aus, sondern streng-bedrohlich, da sie Harriet so eindringlich anschaute, dass man glaubte, sie würde sie mit ihrem Blick durchbohren, röntgen oder in einer merkwürdigen Art und Weise wie eine Schneeeule, die auf Beuteflug war betrachten.
Schwer musste Harriet schlucken, denn so streng hatte noch nie eine Person sie angeschaut, selbst nicht ihre ehemalige Verwandlungslehreri n konnte dies übertrumpfen.
„Miss Sorcière, folgen Sie mir. Ach was die Bücher anbelangt, werden Sie die wohl tragen müssen oder können Sie den Schwebezauber?“, fragte McGonagall barsch.
„Ich kann den Schwebezauber besser, als irgendein anderer aus meinem Jahrgang.“
„Mobili Bücher!“
Die Bücher gingen in die Luft und Harriet folgte ihrer Hauslehrerin, wobei die Bücher den beiden bis zum Büro folgten, wo Harriet sie sinken ließ.
„Setzen Sie sich!“
McGonagalls Stimme klang nun noch schlimmer, da sie alleine waren. Man hörte die Vögel leise zwitschern, die allmählich immer leiser wurden, dadurch konnte Harriet spüren, dass bald Regen kommen würde, doch sie unterdrückte dieses Gefühl und richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihre Hauslehrerin, die sich etwas auf die Schreibtischkante gesetzt hatte und sie streng begutachtete.
Ein leises Donnergrollen war in der Ferne zu hören und nun hörte sie wieder das kreischen in ihren Ohren, was diesmal noch schlimmer war, als am Morgen.
„Harriet, sagen sie mal, wieso waren Sie seid Verteidigung gegen die dunklen Künste nicht mehr im Unterricht? Hinzu kommt noch, das Sie zu mir kommen sollten, wegen der Strafarbeit.“
„Ich weiß, Frau Professor!“, sagte Harriet leise.
„Wieso haben Sie mir nicht die Nachricht gebracht?“
„Weil…weil…ich…ich….“
Dicke Tränen kullerten ihre Wangen runter, die nasse Spuren hinterließen, die von ihrer Schminke schwarz gefärbt waren. Es wurden immer mehr Tränen, bis Harriet vom Stuhl auf ihre Knie fiel und sich ihre Hände auf ihre Ohren presste.
Das Kreischen wurde immer schlimmer in ihrem Kopf, was schon so hoch war, dass sie glaubte, ihr Herz würde von dieser hohen Tonlage zerreißen. Ihre Hände drückten fester gegen ihre Ohren, damit das Kreischen aufhörte, was nur schlimmer wurde.
Ihre Finger krallten sich in ihre weißblonden Haare und in die Haut, wo Abdrücke zurückblieben und schon langsam Blut hervortrat. Die Augenlieder hatte sie fest zusammengekniffen und so sah sie nur die unendliche Dunkelheit, wobei sie nur das Kreischen hörte, das ihren Namen schrie, was so hoch war das man glauben konnte, es stamme von einer Todesfee, die ihre Lieder für die Toten sang.
Eine eisige Woge von Kälte überkam sie, was ihre Nackenhaare senkrecht aufstiegen ließ. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn, die dann langsam über ihr Gesicht liefen und sich mit den Salzigen Tränen vermischten.
„Harriet….Harriet…HARRIET!“, schrie die Stimme nach ihr und fing an zu schreien.
„HÖR AUF! HÖR AUF!“
„Warum sollte ich Harriet? Ich weiß, dass du ihn ermordet hast.“
„DU LÜGST! DU LÜGST!“
„Warum sollte ich lügen? Du bist der Mörder von Sanguis Lamia – du…DU!“
„NEIN, DAS HABE ICH NICHT!“, kreischte Harriet.
„Miss Sorcière, was reden Sie da?“, fragte McGonagall beängstigt. „Ich glaube ich sollte Professor Dumbledore holen.“, sprach sie dann zu sich selbst.
„Was verleugnest du diese Tat? Das Beste ist, dass du vor das jüngste Gericht kommst und zu Tode erklärt wirst.“
„NEIN! ICH HABE IHN DOCH NICHT ERMORDET; ICH KÖNNTE ES NICHT…ICH KÖNNTE ES NICHT. WARUM SAGST DU, DAS ICH SANGUIS ERMORDET HAB?“
„Weil ich’s gesehen hab, Harriet Sorcière; du Missgeburt!“
„NEIN!“
Ihr Gesicht war nun tränenverschmiert, wobei sie noch immer auf ihren Knien saß und sich die Ohren zu hielt. Sie kreischte noch immer zu der Stimme, die es offensichtlich nicht gab, die nur sie hören konnte. Die Türe des Büros ging knallend auf und Professor Dumbledore kam herein gestürmt.
Er rannte gleich zu Harriet und riss ihre Hände von ihren Ohren, doch Harriet war stärker, wobei sie immer noch „nein!“ schrie.
„Harriet hör auf herumzuschreien.“, sprach Dumbledore beruhigend auf sie ein.
„NEIN!“, kreischte Harriet. „LASS MICH. ICH WILL NICHT STERBEN!“
„Harriet du wirst nicht sterben.“
Dumbledore umarmte Harriet, so das Harriets Kopf auf seiner Brust lag. Er strich beruhigend über ihren Kopf, wobei er leise auf sie einredete. Es dauerte eine Weile, bis sich Harriet beruhigte und wieder zu sich kam, doch nach dem Kreischanfall weinte sie sich bei Dumbledore aus.
McGonagall stand stumm daneben und eine schreckliche Erinnerung kam in ihr auf. Ihre älteste Tochter musste einst, als sie ungefähr in Ginnys Alter gewesen war in die Psychiatrie, weil sie mit der Situation nicht klar gekommen war, dass ihre Großmutter verstorben war und so hatte sie einige Tode durchleben müssen, da seid ihrem vierzehnten Lebensjahr einer nach dem anderen ihrer engsten Freunde verstarben. Sie hatte auch immer herumgeschrien, da sie Stimmen gehören hatte.
Harriet drückte Dumbledore so fest, als ob er ihr letzter Halt war.
„Was ist passiert, Harriet?“, fragte Dumbledore und blickte zu McGonagall auf, die geweitete Augen hatte. Die Arme, muss sich wohl an ihre älteste Tochter erinnert haben, dachte Dumbledore mitleidvoll.
„Sanguis!“, sagte Harriet zittrig, wobei sie sich in seinen Bart krallte.
„Minerva, benachrichtige Madam Pomfrey, dass sie schon mal einen Beruhigungstrank aus ihren Schränken holen kann, denn ich möchte noch etwas mit Harriet alleine sein.“
McGonagall ging stumm aus ihrem eigenen Büro, um Madam Pomfrey Bescheid zu sagen.
Der Wind, der aus den Ritzen von den Fenstern herein kam, lies die Flammen der Kerzen flackern. Keiner wagte es, etwas zu sagen, sondern jeder hörte seinem Atem zu, wie er gleichmäßig ging.
Nur Harriets ging noch nicht ganz so gleichmäßig, wurde aber allmählich gleichmäßiger, als sie Dumbledores Atmen lauschte. Durch seine Brust hörte sie das Herz klopfen, wobei sie die Systole und die Diastole erkannte. Dumbledore schaute zu ihr herunter und atmete erst einmal tief ein, bevor er anfing zu fragen.
„Was ist passiert, Harriet?“, fragte er ruhig.
„Sanguis!,“ sagte Harriet nur mit zitternder Stimme.
„Harriet, ich bitte dich, was ist passiert oder was war mit dir los?“
„Ich…ich…ha…ha…hab ei…eine Stimme in m…meinem Kopf gehört.“
„Eine Stimme?“
„J…ja!“
Als Dumbledore weiter Fragen wollte, kam McGonagall in ihr Büro und musste ihre Hände auf den Oberschenkeln abstützen, da sie so schnell wie sie mit ihren hochhackigen Stiefeln rennen konnte her gerannt war.
Schweißperlen liefen ihr über ihre Stirn, die schon nass war und ihr Atem ging so schnell, als ob sie bei einem Marathon mit gemacht hätte, wobei ihr Gesicht blass vor Angst war, was man sehr gut an ihren Augen sehen konnte.
Dumbledore schaute sie erschrocken an, aber Harriet erfasste als erstes, was McGonagalls Angst war oder besser gesagt ist, denn sie sah auf deren Umhang ein paar Blutflecke, die sehr deutlich auf Vampire hindeuteten; was aber nur ein geschultes Auge erkannte.
Doch konnte sie nicht die Form der Blutflecken zuordnen, denn jeder Vampirstamm hinterließ nicht nur andere Spuren bei ihren Opfern sondern auch die Art der Blutflecke.
Jeder hatte eine andere Form. Silberflügel oder doch…, Harriet wurde durch das Gerede vom Rektor und der Vizerektorin unterbrochen, da McGonagall die Situation von Hogwarts schilderte.
„Minerva, das ist unmöglich, denn wir haben bestimmte Maßnahmen mit Schutzzaubern und keiner kann die je brechen, selbst keine Vampire. Das ist einfach unmöglich, glaub mir.“
„Aber, Albus, das ist so. Vielleicht haben die es ja irgendwie geschafft-.“
„Professor Dumbledore, kommen Sie schnell, die Schüler brauchen Sie.“ sagte Professor Sprout hektisch.

Vampir Liebe - Kapitel 15

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