#1 Vampirfriedhof - Kapitel 6 von Phoebe McGonagall 15.02.2008 17:08

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VI.

Die Ferien waren zu Ende, in denen Harriet ihre Zeit damit verbracht hatte, mit dem Orden des Phönix gegen die Aufstände zu kämpfen, und so stieg sie erschöpft in den Zug nach Oxford ein, in dem sie dann ihren Kopf an die Fensterscheibe lehnte und sogleich einschlief.
Plötzlich rüttelte sie der Schaffner wach, woraufhin Harriet feststellte, das der Zug schon angehalten hatte.
Immer noch erschöpft stieg sie aus dem Zug aus.
Vor ihr erblickte sie eine Horde Studenten, die paar Jahre älter als sie waren.
In Hogwarts wäre jetzt Hagrid gekommen und hätte nach den Erstklässlern gerufen, die noch nicht den Weg zum Schloss kannten.
Doch hier war keiner da, um ihr den Weg nach Oxford zu zeigen;
dass alles sollte sich schnell ändern.
"Neuankömmlinge, bitte mir folgen." sagte eine Touristenführerin ähnlich aussehende Frau, die streng wirkte und den Dialekt von einer Deutschen hatte.
Harriet folgte ihr, so wie sie sehen konnte, war so vieles an der Frau eigenartig und als sie neben ihr lief, bemerkte sie, dass diese rote Augen besaß.
Die Frau bemerkte den Blick von Harriet und so huschte ein Lächeln über ihre Mundwinkel.
"Sie sind also Harriet Sorcière, nicht wahr?" fragte die Frau freundlich.
"Ähm...ja!" sagte Harriet verdutzt. "Wer sind Sie?"
"Ich bin die stellvertretende Rektorin von Oxford, obwohl ich eigentlich eine Schule in Berlin leite."
"Was machen Sie dann hier?" fragte Harriet interessiert.
"Ich wurde hierher geschickt, da man vor paar Jahren keinen Stellvertreter gefunden hatte."
"Wer leitet dann ihre Schule?", fragte Harriet verblüfft nach.
"Immer noch ich!"
"Ist das nicht-.",
"Da haben Sie nun einmal recht, Miss!"
"Woher kennen Sie meinen Namen?", fragt Harriet nach, als sie sich plötzlich daran erinnerte, dass die Frau ihren Namen genannt hatte.
„Ihre Mentorin Professor Minerva McGonagall hatte alles versucht, damit Sie hier aufgenommen wurden. Seien Sie Ihr dankbar."
"Das werde ich auf jeden Fall" sagte Harriet staunend. "Warum haben Sie so rote Augen-."
"Und so blasse Haut wie Sie" beendete die Frau ihre Frage. "Ich habe fehlende Pigmente. Ist Ihnen der Begriff Albinismus bekannt?",
Harriet überlegte kurz und dann fiel es wieder ein.
Was hatten ihre Klassengenossen auf ihrer alten Schule immer zu ihr gesagt gehabt, wenn sie mal wieder im Irish Dance Unterricht war.
Sie konnte sich nicht mehr so genau daran erinnern, aber langsam schlich sich die Erinnerung wieder in ihren Kopf.
Schlammblut hatten sie nie gesagt gehabt, aber was hatten die immer gesagt gehabt?, überlegte Harriet hartnäckig.
Vampirtochter...Teu felskind...Missgebu rt...oder doch Albinokind?
Ja, ich glaube es war Albinokind.
Harriet schaute die Frau an und stimmte sich innig ein.
"Ja, es ist ein bekannter Begriff!"
Der Weg zum Schulgebäude von Oxford war nicht weit und in dieser Universitätsstadt war kein Fünkchen Krieg zu spüren, doch Harriet wusste, dass sich alles bald ändern würde, wenn sie hier nur eine Zeitlang studierte.
Man zeigte den Neuankömmlingen ihre Schlafgemächer, die man mit jemand teilen musste, doch manche bekamen ein eigenes Schlafgemach, wie auch Harriet.
Eigentlich bekamen nur Neuankömmlinge, deren Familie der Rektor von Oxford kannte, ein solches Einzelzimmer, doch Harriet vermutete, dass entweder der Rektor auch ihre Familie kannte oder aber dass sich ihre zweite Mentorin eingemischt haben musste.
Als Harriet in ihrem Schlafgemach angekommen war, legte sie sich erst einmal aufs Ohr, doch da klopfte es bereits an ihrer Tür.
Vorsichtig machte sie diese auf und vor ihr stand ein junger Mann, der ungefähr ein Jahr älter als sie war.
Er hatte wie sie weißblondes Haar, das kurz und zerzaust war;
seine Augen waren schwarz umrandet, doch sah man sehr deutlich seine faszinierenden blaugrünen Augen.
Sein Umhang war schwarz und an seiner linken Brust prangte das Wappen von Oxford.
Er lächelte und in Harriet breitete sich ein merkwürdiges Gefühl im Bauch aus, wie sie es bei Fynnja gespürt hatte.
Allerdings war das Gefühl nicht so stark wie es bei Sanguis gewesen war.
Der Junge reichte ihr die Schuluniform, die sie dankend entgegennahm.
Er verbeugte sich elegant und ging durch die Tür vor ihrem Privatgemach und überraschend stellte sie fest, das er ein Student war, der Animagilogie und Freihandzaubern studierte.
Wie es schien, war er ihr ein Schuljahr voraus.
Am nächsten Morgen bekam sie ihren Stundenplan, in dem nicht nur ihre Fächer standen, für die sie sich eingeschrieben hatte, sondern auch andere Fächer, wie zum beispielsweise Sport, Arethmantik und Wahrsagen;
doch gab es noch viel mehr Fächer.
Fächer, die sie in Hogwarts nicht belegen konnte.
Als erstes hatte sie Wahrsagen und so ging sie schon mit einem schlimmen Vorurteil in das Wahrsageklassenzimm er, wo die Lehrerin keineswegs Professor Trelawney ähnelte, sondern aussah, wie eine freundliche Professorin, die in den Hippiejahren zurückgeblieben war.
Das Klassenzimmer roch genauso wie bei Professor Trelawney, aber nicht so unerträglich wie in Hogwarts.
"Willkommen meine lieben Studenten!" sagte die Professorin rauchig. "Ich bin Professor Breathy eure Wahrsageprofessorin ."
Viele stöhnten genervt auf, doch dieses überhörte sie geschickt und machte stattdessen ein weiteres Räucherstäbchen an, was nach Patchoulie roch.
Harriet liebte den Geruch nach Patchoulie, doch bei dem Gerüche Haufen stank sogar ihr der Patchoulie.
"Professor Breathy, könnten Sie bitte lüften, denn ich bekomme langsam meinen starken Asthmaanfall." sagte eine Stimme aus ihrer Klasse.
"Oh wenn, das so ist, werde ich ein Fenster wohl öffnen." ,sagte sie besorgt. "Ich will ja keinen Studenten verlieren, weil ich zu viele Duftstoffe anmache."
Alle freuten sich, dass endlich bessere Luft rein kam.
"Ich hoffe doch, dass Ihr alle eine gewisse Grundbildung von Wahrsagen habt, auch wenn in manchen ein wahrer Wahrsager drinsteckt und in manchen nicht. Wir fangen am besten mit Kartenlesen an."
Danach hatte Harriet bei Professor Dr. Metamorphoses Verwandlung, der nicht so streng war wie Professor McGonagall, aber doch hatte er auf eine gewisse Art die Klasse unter Kontrolle, was sie erstaunt festgestellt hatte, doch ging ihr an diesem Tag nicht der eine Junge aus dem Kopf.
Die Schulglocke läutete wie die einer Kirchenglocke und sie ging in die Pause.
Auf dem Pausenhof sah sie ihn wieder und so rannte sie mit Büchern bepackt zu ihm, der sie freundlich anschaute.
Seine Haut war blass, doch nicht sehr blass.
"Hatte ich mich gestern nicht vorgestellt? Entschuldige mich dafür." ,sagte er. "Ich bin Cornelius Wagner!"
"Harriet Sorcière!"
"Freut mich deine wunderbare Bekanntschaft zu machen."
"Bist du mit einer Henrietta Wagner verwandt?" ,fragte Harriet vorsichtig.
"Das bin ich. Bin ihr Cousin dritten Grades."
"Was so groß ist ihre Familie?" sagte sie entsetzt.
"Jupp. Ich habe gemerkt, dass du neu hier bist. Soll ich dich herum führen?"
"Das wäre nett. Sag mal, warum hattest du mir gestern die Schuluniform gegeben?"
"Weil ich dich Herumführen soll."
"Ach so, wenn das so ist."
Die Rundführung machte Harriet so viel Spaß, sodass beide die Zeit vergaßen und erst als Cornelius auf eine große Uhr schaute und feststellte, dass sie zu spät kommen würden.
Hinzu fing es an zu Gewittern und mit einem Mal goss es wie aus Eimern.
Mit ihren Büchern auf den Kopf rannten sie so schnell sie konnten zurück zum Schulgebäude, wo Harriet zu Freihandzaubern musste und Cornelius zu Zaubertränke.
Plötzlich spürte sie eine warme dünne Hand an ihrem Handgelenk und sah, dass Cornelius sie noch zum Klassenzimmer brachte, bevor er in den Keller ging.
Harriet blieb noch eine Weile vor der Tür des Klassenzimmers stehen, bevor sie vorsichtig die Tür öffnete, um dann sich an ihren Platz zu setzen.
Der Professor schaute sie mit einem Lächeln an, was ihr sehr bekannt vorkam.
Das Gesicht und der Körperbau.
Nein, bitte nicht er, dachte sie ängstlich, nicht er, bitte nicht er.
Harriet schaute noch einmal zu ihm auf und wusste dann wirklich, das er es war.
Sie blickte in die Augen ihres alten Klassenlehrers.
"Sieh an, sieh an, Miss Sorcière, so sehen wir uns wieder!" ,sagte er honigsüß.
"Der dunkle Lord hätte sie am jüngsten Gericht ermorden sollen, anstatt Sanguis Lamia."
"Oh, wurde dein fast Verlobter von dem dunklen Lord ermordet? Oh, tust du mir jetzt aber leid!" ,sagte Professor Smith spielerisch traurig.
"Voldemort hatte auch meine beste Freundin ermordet." ,sagte Harriet aufgebracht.
Sie stand von ihrem Platz auf, wobei alle anderen Studenten wechselhaft sie und Professor Smith anschauten. Ihr schauderte es schon und sie fragte sich, ob er es wieder tun würde, wie damals in der Dorfschule, aber was Harriet sehr genau wusste war, das sie wieder gegen ihn kämpfen würde.
"Setzten Sie sich oder-." ,entfuhr es ihm nun mit einer harten Stimme
"Oder was?" ,sagte Harriet gereizt. "Ich kann Sie an Manche verraten."
Professor Smith verengte seine Augen zu Schlitzen und ging bedrohlich langsam auf sie zu, wobei er dann seinen langen Zeigefinger in ihre Brust bohrte.
Harriet wollte gerade ihren Zauberstab rausholen, als ihr einfiel, dass sie hier ja Freihandzaubern durfte.
Für einen Moment schloss sie die Augen, bis dann ein unsichtbarer Dunst sie und Professor Smith einhüllte und dann nach paar Sekunden ein greller weißer Blitz ihn in die Brust traf.
Er flog durch das ganze Klassenzimmer und prallte gegen die Tafel, die in sich zusammenbrach.
Er beschwor eine große schwarze Energiekugel und wollte sie gerade auf Harriet abfeuern, als sie mit ihrer rechten Hand einen Windwirbel auf ihn fliegen ließ, sodass die Kugel in seinen Händen erlosch.
Professor Smith fluchte leise, doch als er wieder einen Zauber herauf beschwören wollte, verwandelte er sich urplötzlich in einen fetten süßen rosa Plüschhasen.
Harriet gackerte und fiel vor Lachen auf den Boden.
Alle anderen begannen auch zu lachen, während zwei Studentinnen langsam auf ihn zugingen und ihn fest drückten.
Die Zeit in Oxford war fast so schön wie in Hogwarts, aber doch fehlte Harriet etwas, wobei sie nicht wusste, was es war.
Es gab keine Klassen, nur Gruppen, wo man dann zum Klassenzimmer ging.
Der Oktober neigte sich langsam zum Ende und sie hatte Briefe von ihren Freunden bekommen, die alle ihre Ausbildung machten oder schon arbeiten.
Von den Mitgliedern von Dumbledores Armee, die aus Hogwarts draußen war, wusste Harriet, dass sie in dem Krieg gegen die Aufstände mitkämpften.

Liebe Harriet,
Wie du weißt, ist Neville ja ein Pflanzenexperte, doch da die einzige Schule für Pflanzenkunde in England geschlossen wird und Neville nicht ins Ausland möchte, hatte er beschlossen Psychotherapeut zu werden, wofür er auch ein Händchen hat.
Seine Großmutter hatte sich deswegen aufgeregt, aber es dann eingesehen hatte. Allerdings nur weil Professor McGonagall sie überreden konnte, da sie damals Klassenkameradinnen waren und Freundinnen – was sie aber immer noch sind. -
Ron und ich hatten vor Kurzem eine kleine Arbeit hinter uns und Hermine studiert gerade in Edinburgh, aber kommt doch immer zum Ordenstreffen.
Dumbledore hat mich damit beauftragt, dir einen Brief zu schreiben, da er möchte, dass du Informationen bekommst, was wir gerade von Voldemort wissen, aber frage mich nicht, weshalb er es nicht selbst tut. Viviana ist in den Orden beigetreten, da sie sich an ihrem Vater rächen will, weil er ihr verschwiegen hatte, das McGonagall ihre Mutter ist.
Das kann ich gut nachvollziehen.
Professor Wagner wollte dich im nächsten Monat besuchen kommen, weil sie sich Sorgen um dich macht - eigentlich tun dies alle hier - und Professor Dumbledore lädt dich ein, an Halloween zum Hauptquartier zukommen.
Alle würden sich freuen.

Harry


Das war der letzte Brief gewesen, bevor merkwürdigerweise der Kontakt zusammenbrach.
Die Prüfungen standen bald bevor und so mussten die Studenten härter lernen als sonst, was für Harriets Gesundheit nicht gut war.
Der Regen peitschte gegen die Fenster der Universität, als es wieder einmal zum Unterrichtsende läutete und man in die Große Halle ging, um zu Mittag zu essen.
Cornelius schaute sich besorgt in der Halle um und fand die Person nicht, die er suchte.
Das wunderschöne weißblonde Haar, das inzwischen immer unwirsch hochgesteckt wurde und die blauen Augen, die jemand unbewusst in einen Bann zogen.
Die reine blasse Haut, die fast kreidebleich wirkte.
Er fand sie nirgends und so fragte er seine Tischnachbarin, die ihm nur erzählen konnte, dass sie sie zuletzt auf der Mädchentoilette gesehen hätte.
Cornelius bedankte sich bei ihr und rannte zu den Toiletten, wo er sich vorher noch einmal umschaute, damit keiner sah, was er tat.
Langsam öffnete er die Tür, doch er konnte niemanden entdecken;
nur hörte er, dass sich jemand übergab.
"Harriet?" Fragte er vorsichtig.
Keine Reaktion.
Seine Augenlieder schlossen sich, als er sich zu dem Geräusch führen ließ.
Es fühlte sich so an, als ob seine Füße ihn einfach so zum Ziel tragen würden und seine Augenlieder öffneten sich erst wieder vor Schreck, als er Harriet vor sich wahrnahm, die vor der Toilettenschüssel hockte und sich den Finger in den Hals steckte.
Rasch zog er sie davon weg, um sie dann zum Waschbecken zu führen, damit er ihr Gesicht waschen konnte. Danach brachte er sie zur Großen Halle, damit sie etwas zu sich nahm.
Harriet war in den letzten Monaten Tag für Tag dünner geworden und lernte ununterbrochen, sodass sie dicke dunkle Augenringe hatte, was zur Folge hatte, das sie im Unterricht fast einschlief.
Langsam und mit zitternder Hand nahm sie den Esslöffeln, den ihr Cornelius gegeben hatte.
Mit Mühen schluckte sie das Müsli runter, doch es fühlte sich keineswegs weich und lecker an, sondern so, als ob sie steinhartes Brot die trockene Kehle herunter schlucken müsste.
Natürlich begann sie zu husten, worauf Cornelius sachte auf ihren Rücken schlug, da er Angst hatte, er würde ihr was brechen.
Langsam drehte Harriet ihren Kopf zur großen Uhr in der Großen Halle, wo es fast eins war.
Erschrocken sprang sie von ihrem Platz auf und nahm ihre Schultasche, wo sie dann zur Bibliothek rannte, um weiter für die Prüfungen zu lernen.
Cornelius rief ihr nach, doch da war sie schon weg.

Vampirfriedhof - Kapitel 7

#2 RE: Vampirfriedhof von Lady Evanesca 18.02.2008 18:36

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Ich habe ja ganz vergessen, zu kommentieren! Arme Harriet, ist jetzt doch magersüchtig geworden, wollte ihr McGonnagal nicht etwas degegen geben?

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