III. Harriets Körper zitterte schwach als sie auf dem kalten steinernen Kerkerboden des Hauses entlang kroch. Wurmschwanz stand in einer Ecke und schaute ihr mit erweiteten Pupillen zu. Harriet hasste alle Todesser die sie kannte, denn die Hälfte derer, die im Hause waren stand im Kerker um ihren Spaß bei ihr auszuleben. Ja Voldemort hatte es ihnen erlaubt, weil er nun einmal wissen wollte wo ihr "Vampirfreund" steckte. Nur hatte er nicht mit Harriets Hartnäckigkeit gerechnet. Sie hatte schon früher alles gut einstecken können; sie war es aus ihrem Familienhause gewohnt. Ein rotes Licht erhellte den Kerker, gefolgt von einem stechenden Schmerz, der ihr durch den ganzen Körper ging. Sie krümmte sich auf dem Boden zusammen, während die Todesser lachten. Sie war froh, dass noch kein Todesser auf die Idee gekommen war sie zu vergewaltigen. Vor allem, weil sie keine große Lust hatte ein Kind von jemandem auszutragen, der nur Spaß mit ihr haben wollte. Vielleicht kam so was noch, doch wenn Voldemort es zuließ wäre sie schon längst über alle Berge. Ein weiterer Todesser sprach den Cruciatusfluch, der weiteren Schmerz in ihrem Körper ausbreitete. Als er ausgeklungen war versuchte Harriet weiter Richtung Ausgang zu kriechen, doch als sie vor der schweren Eichentür war stellte sich ein Mann mit langen blonden Haaren ihr in den Weg. Ein breites Grinsen breitete sich über sein Gesicht aus, was Harriet leicht Angst einjagte. Sie wich rückwärts von ihm zurück, da er sich nun auf sie zu bewegte. Ihre Knie taten ihr schon weh, doch sie biss die Zähne zusammen und wich weiter, bis sie wieder die Mitte des Kreises erreichte, wo sie am Anfang gewesen war. Lucius zückte seinen Zauberstab und richtete ihn auf Harriet, die ihm nun in die blauen Augen sah. Eine Gänsehaut überzog Lucius’ Körper, gefolgt von einer Angst, die er noch nie gekannt hatte. Eine Erinnerung kam in ihm wieder hoch, die er eigentlich so gut wie möglich verdrängt hatte. Die Türe ging auf und eine weitere schwarz gekleidete Gestalt kam herein gestürzt. „Alle werden zur Abwehr gebraucht!“ rief er aufgebracht. „WAS?!“ schrien alle entsetzt. „Was wird mit diesem Ding hier?“, fragte Lucius. „Die kommt zu Voldemort. Er will mit ihr versuchen zu fliehen.“ „Und uns lässt er hier?“, zischte Bellatrix aufgebracht. „Ja das tut er!“ Eine Männerhand packte Harriet und zerrte sie durch das Haus, wobei sie einige Leute gesehen hatte, die ihr bekannt waren. Etwas anderes packte sie am anderen Arm, der Griff war so fest, dass sie die Knochen des anderen spürte. Der eine Todesser blieb stehen und zog an ihr, der andere in die entgegen gesetzte Richtung. Immer hin und her ging es mit ihr, wobei der Griff des Todessers immer fester wurde. Irgendwann reichte es ihr und sie fing an laut an zu kreischen. Die Fensterscheiben zerbrachen so als hätte jemand etwas dagegen geschlagen und alle anwesenden hielten ihre Ohren zu. Das war die perfekte Chance um zu fliehen, doch würde sie aufhören zu kreischen könnte der Todesser sie wieder packen und zu seinem Meister bringen. Allmählich konnte sie nicht mehr kreischen, doch sie strengte sich ernsthaft an sich langsam Rückwärts von der Menge fortzubewegen.
Es war auf einmal still und jeder schaute sein Gegenüber fragend an, welches dann nur mit den Schultern zuckte. Harriet versuchte ernsthaft über den gotischen Zaun des Hauses zu klettern, rutschte jedoch jedes Mal an den schmiedeeisernen Stangen ab. Der große, beängstigende, weiße Vollmond hing majestätisch am Nachthimmel, davor eine wunderschöne kleine Wolke. Sie stand nun vor dem Zaun, wusste aber nicht wohin sie gehen sollte, als etwas aus dem Busch kroch. Zwei gelbe Augen betrachteten sie Interessiert aus der Dunkelheit. Das knochige Gesicht eines Vampirs wurde im Vollmondschein sichtbar was die Hautfarbe noch blässer machte, als es schon ohnehin gewesen war. Das schmale lächeln, was auf den Lippen des Vampirs lag wurde etwas breiter als er Harriet sah. Die ihn nur fragend anblickte. „Harriet, bist du das?“ fragte der Vampir mit einer rauchigen Stimme, die der von Prof. Trelawney Konkurrenz machen könnte. „Alpaslan, was machst du hier?“, stellte Harriet ihre Gegenfrage. „Ich sollte dich holen. Sergius hat mich darum gebeten.“ „Dort ist sie, kommt schnell!“ rief Greyback. „Komm mit mir, Harriet!“ Harriet stand einfach nur auf der alten Landstraße und schaute den Todessern verträumt zu, wie sie auf sie zu rannten. Alpaslan konnte nicht mehr länger zuschauen wie Harriet da auf der Straße stand und die an rennenden Todesser verträumt anstarrte. Er schnappte sie am Handgelenk und zerrte sie in den dunklen Wald, der einem Vampirstamm allein gehörte, von dem er der Häuptling war. Deid gut zweihundert Jahren. Er kannte jede Ecke und jeden Winkel des Waldes wie seine Westentasche. Sie wichen Ästen, Wurzeln und anderen Lebewesen aus. Als sie vor einem reißenden Fluss kamen, der am Ende in einem Wasserfall endete umschlang Alpaslan Harriets Tallie. Er wiegte sich kurz nach hinten um dann mit Schwung – samt Harriet – über den Fluss zum anderen Ufer zu springen. Harriets weißblondes Haar wehte im Wind wie Seide.
Alpaslan und Harriet waren an der Höhle des Vampirstammes angekommen, wo Sergius am Eingang auf sie wartete. Die Beiden Lachten freudig und Sergius schaute auf zu einer Klippe, wo sein Freund Cornelius in seinem smaragdgrünen Rock saß – der leicht zerfetzt war – und Feen-Staub auf sie rieseln lies. Manchmal fand Sergius, dass Cornelius ein perfektes Timing hatte, wenn es um Romantik ging. Harriet verpasste Sergius einen innigen Kuss auf die Lippen, was er genoss. Alpaslan ging in die Höhle, wo die anderen Vampire in einem Kreis saßen und sich berieten. Alpaslan gesellte sich dazu, denn einer hatte ihn gerufen. Viele Männer und einige Frauen saßen mit kleinen Kindern dabei um mitdiskutieren zu können. Einer von den Männern, der violettes Haar und einen schwarzen Samtrock an hatte war aufgestanden um seine Meinung zu verkünden: „Wenn ihr mich fragt sollten wir uns Voldemort anschließen, damit wir endlich frieden haben.“ sagte Amery „Hast du zu wenig Blut getrunken oder wieso sollen wir zum dunklen Lord übertreten. Wie ich das sehe ist der dunkle Lord ein herrschsüchtiger schwarzer Zauberer, der alles tut um an die Macht zu kommen.“ sprach Faldo. „Das stimmt. Habt ihr vergessen, was der dunkle Lord einst mit den anderen Stämmen unserer Art gemacht hat?! Er lies uns abschlachten wie Vieh und will doch nur Sergius wegen seinen Kräften.“ sagte Faldo. „Das ist eine Lüge. Was ist so besonders an Sergius?“ schrie Amery Faldo an. „Nenne mich nicht einen Lügner, Amery!“ fauchte Faldo ihn an, wobei er seine Spitzen Reißzähne offenbarte. Amery fauchte zurück, doch Alpaslan ging dazwischen. Amery und Faldo gingen ihren Führer vorbei und bekämpften sich danach draußen. Er schüttelte nur den Kopf und dachte, dass die Beiden sich Kindisch benahmen. Alpaslan schaute zu seiner Frau Athene, die ihrer Tochter die Haare zu einer wunderschöne Frisur steckte, auch wenn sie innehalten musste um eine Wehe zu unterdrücken, denn Athene war Hochschwanger und durfte seid Monaten nicht mehr auf die Jagt. Athene erhob sich um zu den beiden Männern zu gehen, die sich noch immer bekämpften und anfauchten. Sie hatte in ihrer rechten Hand eine Pfanne, die sie nun auf Amerys Kopf schlug, der ohnmächtig zu Boden sank. „Ihr Männer seid doch alle gleich. Habt ihr keine Frau um euch zu befriedigen, müsst ihr euch kloppen. Wie hirnrissig ist das denn?“ Athenes blondes Haar hing wellenartig vom Scheitel aus zu ihrer Brust. Das schmale Leichenblasse Gesicht – was allen Vampiren zu eigen war – hatten strenge Züge angenommen und ihre seegrünen Augen waren verengt. Unter ihrer blauen Robe zeigte sich deutlich ein hochschwangerer Bauch. Ihre Tochter, die den Namen Noxadoris hatte, schaute ihre Mutter belustigt an, denn sie war zwar erst acht, durfte aber schon mit auf die Jagt und kannte ihre Mutter so gut, dass sie wusste das diese unberechenbar war. Harriet hatte sich an die Kante des Eingangs gelehnt und belustig zugeschaut. Dieser Vampirstamm war außergewöhnlicher, als alle anderen, denn hier hatte sie ihre ganze Kindheit verbracht, was kein Wunder war, denn sie wurde in diesen Stamm hinein geboren. Doch Harriet wusste nie wer ihre Eltern waren und weshalb ihre Eltern in einer Nacht des 3. Tages im Januarmond zu diesem Stamm kamen und ihre Mutter sie mit Kindbettfieber auf die Welt brachte wo sie nach ihrer Geburt verstarb. Was mit ihrem Vater geschah hatte kein einziger Vampir erzählen wollen. Die Antwort darauf war immer nur: „Harriet, es tut mir leid, aber dafür bist du noch zu jung.“ Auch ihre Ziehmutter Anastasia hatte so darauf geantwortet, ebenso wie ihr Ziehvater Johannes Anglicus auch, der ermordet wurde, als sie vier Jahre alt gewesen war. Sie hatte es mit ansehen müssen; sie hatte es Jahre lang nicht verkraftet auch wenn sie den Tod öfters gesehen hatte als alle anderen normalen Menschen, die nicht von Vampiren aufgezogen worden waren. Ihr Leben hatte sie daraufhin von Grund auf geändert.
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