Die Sonnenstrahlen kitzelten ihr in der Nase, wobei sie langsam ihre Augenlieder öffnete, wo dann das grelle Licht der Sonne rein fiel. Sie kniffe ihre Augen zusammen und sah gen Himmel empor. Wie lange hab ich denn geschlafen? Es ist ja schon fast wieder Abend, sagte Harriet zu sich selbst im innern. Sie nahm ihren Besen und kletterte langsam den Berg hinab, wo Sanguis sich in eine Höhle verkrochen hatte. Er lag schnaufend am Boden und war mit schmutz besprenkelt, was leicht mit seinem Blut und Scheiß vermischt war. Sein Atem ging ungleichmäßig, wobei sein Körper von den Schmerzen angespannt war. Eine kleine Spinne krabbelte vor seinen Augen und er fing sie so rasch, das es keinem aufgefallen wäre, hätte jemand nicht zugeschaut. Die Spinne krabbelte hilflos in seiner Faust, was Sanguis leicht kitzelte, doch in jener Sekunde, als er seine Faust öffnete stopfte er sie in seinen Mund und kaute genüsslich drauf herum, da er seid Tagen nichts mehr zu sich genommen hatte. Sein schwarzes langes Haar war zerzaust und sein Körper war noch dünner geworden, als es sonst schon war. Seine Haut qualmte schon leicht, wegen den Sonnenstrahlen, doch hörte es schlagartig auf, als jemand im Eingang stand und sein Schatten auf ihn fiel. Sanguis hob etwas seinen Kopf um zu schauen wer es war, der ihn gerade das Leben rette, wegen seinem Schatten. Es war Harriet, die im Eingang der Höhle stand und ihn von Oben herab betrachtete. Beide lächelten sich an, doch verschwand das Lächeln auf Harriets Mundwinkeln, als sie an das gestrige dachte. Sanguis bemerkte dies und schaute sie daraufhin fragend an. „Was ist denn passiert, Harriet?“ fragte er. „Der ganze Stamm »Blutfeuer« ist vernichtet, mit Ausnahme von dir, Sanguis. Es waren Todesser, die alle ermordet haben. Es war grauenhaft. Wir müssen nach Hogwarts um es Dumbledore zu sagen, was passiert ist.“ sagte Harriet unter tränen. „Warum Dumbledore?“ „Keine Ahnung, aber er ist der einzige Halt, den wir gegen Voldemort haben.“ Sanguis nahm sie in die Arme, als etwas sie in den Rücken traf. Sie rutschte langsam an Sanguis runter, der versuchte sie fest zu halten. Blut kam aus Harriets Mund, als sie am Boden lag. Die Sonne war so weit hinter dem Horizont, das nur noch die rubinroten Sonnenstrahlen am Himmel durch die Wolken zu sehen waren, die rotorange waren. Mortura Mors stand im Eingang mit Pfeil und Bogen in der Hand. Er ging langsam auf Sanguis zu, der ihn nur anfauchte. Sanguis sprang auf Mortura, der sich vom Boden abstütze und nun mit langen Flügeln in der Luft war. Sanguis schaute auf und streckte seinen rechten Arm so aus und hatte seine Hand so geformt, als ob er ein langes Schwert in der Hand hielte, wo dann aus schwarzem Dunst sich auch einer bildete. Der Dunst drehte sich spiralenförmig, bis das Schwert fertig gebildet war und Sanguis sich ebenfalls vom Boden ab stützte um mit Mortura zu kämpfen. Mortura hatte in der Zeit eine schwarze Feuerpeitsche herauf beschworen, die gut drei Meter lang war. Als Sanguis Mortura erdolchen wollte wurde sein schwarzes Schwert, wo in blutroten Lettern »Blutfeuer« geschrieben stand, von der Peitsche eingewickelt, wie eine Schlingpflanze und Mortura zog einmal kräftig dran, damit Sanguis’ Schwert in den Wald hinein folg. „Jetzt bist du am Ende, Sanguis Lamia.“ „Ach wirklich, Vetter.“ Mortura verpasste Sanguis mit seiner Peitsche eine so heftige Backfeige, das er gegen die Wand des Berges flog und dann hart auf den Boden ankam. Mortura lachte so hoch auf, dass Sanguis die Ohren zu halten muss, damit seine Ohren nicht platzten, so wie er glaubte. Ein weißer langer Schweif kam aus dem Himmel empor und traf exakt Mortura Mors’ Herz. Wie in Zeitlupe konnte man sehen, wie er in einem großen schneeweißen Kreis sich allmählich in einer Kugel auflöste. Am Ende explodierte die Kugel und das letzte das man noch spürte, war die Druckwelle, seines Todes. Sanguis krabbelte auf Harriet zu, die sich auf gestützt hatte um alles mit zu bekommen. Beide schauten sich so tief in die Augen, das keiner wirklich mitbekam wie ihre Lippen immer mehr aneinander kamen und sich dann trafen. Sanguis strich langsam über Harriets Samtweiche Wange, wobei beide die Augen geschlossen hatten um es zu genießen. Harriet klammerte sich an seinen Hals und beide fielen auf den Boden, doch öffnete sie rasch ihre Augen und schaute ihn erschrocken an. „Sanguis, bitte nicht. Ich-.“ die Worte verschwanden hinter dem innigen Kuss von Sanguis.
Langsam ging Harriet aus der Höhle und betrachtete den Sonnenaufgang, der schon fast zu Ende war. Sie blickte zurück und sah mit vergnügen, wie Sanguis im Dreck lag und schlief, doch hatte sie ihn mit ihrem Umhang bedeckt, damit die Sonnenstrahlen ihn nicht umbrachten. Die Wärme der Sonnenstrahlen durchströmte ihren ganzen Körper, wobei sie sich ausgiebig ausstreckte. Sie ging wieder in die Höhle um an ihren Rucksack zu gehen, damit sie sich frische Kleidung anziehen konnte. Aus dem Rucksack holte sie außer der Unterwäsche zwei schwarze Kniestrümpfe, eine schwarze Leggins, einen schwarzen Rock, der ihr bin zu den Knien ging, ein weißes Spagettitop und ein weißes Hemd, wo man denken würde, es käme aus der Barockzeit. Fertig angezogen wollte sie gerade raus, als ihr einfiel, dass sie noch ihren Gürtel umschnallen sollte, bevor sie aus der Höhle ging.
„Es war vor langer Zeit, als die Bündnisse der Vampire zu Grunde gingen und so ein ungnadenloser Kampf zwischen den Vampirstämmen entfachte.
Auf! Auf! Auf! Vampire Greift nach den Waffen und geht mit großem Heer in die Schlacht. Saugt Blut mit übermut aus den Opfern, die um ihr Leben betteln.
Die Schlacht war grausam und barbarisch, als sich die Vampire sich bekämpften. Jeder tötete jeden, der ihm über den Weg lief und die schlacht dauerte dreißig Jahr.
Auf! Auf! Auf! Saugt das Blut bis zum letzten Tropfen Seid nicht erbarmungslos sondern zeigt eure Stärke und Mut. Verwandelt euch bei Sonnenlicht in Fledermäuse und versteckt euch bis zum Abendgrauen.
Die Vampirfürsten versammelten sich an einer Vollmondnacht des jüngsten Gerichts Gottes, wo die ganzen Vampire in die Dunkelheit der Nacht verbannte, damit sie kein Unheil anrichten konnten.
Auf! Auf! Auf! Flieht vor dem Sonnenlicht, bevor der Tod näher kommt und euch zu sich holt, damit ihr eure Sünden in der Kluft des Todes abarbeiten müsst.
Lauft! Lauft! Lauft! Oder der Tod kommt näher, bis er euch am Herze fast und es in das Fegefeuer wirft, damit ihr im Feuer des Teufels schmort.“ sang Harriet leise und mit so einer zarten Stimmenlage, dass einem eine Gänsehaut über kam. „In dieser Zeit ist es sehr unschlau so was zu singen, Miss Sorcière.“ hörte Harriet eine bekannte Stimme hinter sich. Eine Frau, die nicht gerade sonderlich groß war, aber auch nicht gerade klein war. Es war ein Mittel Maß. Sie hatte dunkelbraunes Haar, die ihr fast zu den Schultern gingen und ihre Augen waren reindunkelblau, was man gut durch ihre quadratische Brille sah. Ein lächeln überkam Harriets Mundwinkeln, als sie sie sah und umarmte sie freudig. „Nana! Nicht so stürmisch, Harriet!“ sagte die Frau lachend. „Ich freue mich einfach Sie wieder zu sehen, Frau Professor.“ sagte Harriet überglücklich. „Sie haben mir gefehlt, vor allem als Sie von der Sablerose gehen mussten. Es war eine schlimme Zeit.“ „Das stimme ich dir zu, aber es hat was Positives gebracht.“ Harriet löste sich von ihrer ehemaligen Verwandlungslehreri n, die sie nur freundlich anschaute. Diese legte ihre rechte Hand auf Harriets Rück und beide gingen langsam zurück, wo Harriet her gekommen war. Es herrschte eine Stille, die sonst nie zwischen den beiden geherrscht hatte. Harriet schaute in die Augen ihrer Lehrerin, die sich im Wald umschaute. „Und was war das Positive, Professor Wagner?“ fragte Harriet. Sie drehte sich zu ihr um und lächelte sie an. „Du bist in Hogwarts!“ „Was?“ „Du bist in Hogwarts, wo du sicherer bist als in Sablerose.“ „Ich verstehe nicht, Frau Professor, was Sie damit meinen.“ „Das werde ich dir noch früh genug erklären, aber bring mich erst einmal zu der Höhle, wo dein Vampirfreund ist.“ „Wo-.“ Sie schüttelte mit dem Kopf, als ob sie Harriet sagen wollte, dass sie nicht weiter fragen sollte. Sie kamen an der Höhle an, wo Sanguis seine Wunden heilte, aber am gründlichsten die an seiner Taille, die Harriet nicht bemerkt hatte, doch musste sie selbst zu einem Sanitäter wegen ihrer Wunde am Rücken, die mit Bandagen bedeckt waren um das Blut zu stoppen. Professor Wagner nahm Harriets Rücksack, wobei Sanguis sie mit böse funkelnden Augen beobachte, so wie ein Wolf, der gerade aus der ferne seine Beute fixiert hatte. „Sanguis, darf ich dir meine ehemalige Verwandlungsprofess orin vorstellen. Professor Doktor Henrietta Wagner.“ „Kennen wir uns nicht irgendwoher?“ fragte Professor Wagner Sanguis. „Ähm nicht das ich-…..Sie sind doch, diese Professorin, die ab und zu sich im Quartier blicken gelassen hatte um zu schauen ob Harriet gut ginge; nicht war?“ „Ja schon, aber nicht wegen Harriet, sondern weil ich auf jemanden gewartet habe.“ „Waren Sie in einen Vampir verliebt?“ fragte Sanguis entsetzt. „Nicht nur verliebt, sondern verheiratet und ich bin sogar von ihm Schwanger. Um genauer zu sein im dritten.“ „Wer war es denn?“ fragte Harriet neugierig. „Von Gerold!“ Harriet und Sanguis schauten sie mit offener Kinnlade an, aber schlossen diese wieder. Professor Wagner lachte leise, doch dies hörte auf, als ein Steinbrocken von der Decke der Höhle runter fiel. Sie drehte sich um und sah eine dunkle Gestallt mit giftgelben Augen in den Bäumen des Waldes.
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