Das Herrenhaus der Malfoys war ein prächtiges Anwesen, das schon immer die neugierigen Blicke der Muggel angezogen hatte. Deswegen wurde, kaum nachdem das Haus gebaut wurde eine magische Hecke angepflanzt, damit die Bewohner vor den Muggelblicken geschützt waren. Doch jetzt schützten sie auch jemand anderen. Wurmschwanz kauerte in seiner Rattenform in den untersten Zweigen der Hecke und bewachte den Eingang.
Da der Orden des Phönix wusste, das Lucius Malfoy ein Todesser war, sollten vor seinem Haus Wachen aufgestellt werden, damit man wusste wann Todessertreffen stattfanden. Auch andere Todesser wurden beschattet. Wurmschwanz tat diesen Wachdienst am liebsten. Abgesehen davon, dass das den Verdacht von ihm ablenkte, würde er wieder in Floras Nähe sein und das ohne auf ein Todessertreffen gehen zu müssen.
Eigentlich gab es bei den Malfoys nicht viel zu bewachen. Lucius Malfoy war jeden Tag von neun bis sechs bei der Arbeit im Ministerium und Narzissa ging fast täglich zu ihrer Schwester Bellatrix und nahm meistens Draco mit. Zum Abendessen brachte Lucius meistens ein hohes Tier vom Ministerium mit, die meistens bis nachts um zehn blieben. Wenn kein Todessertreffen stattfand, blieb es den Rest der Nacht ruhig.
Peter kroch aus den Zweigen der Hecke. Er langweilte sich. Seit einer Stunde waren alle Malfoys aus dem Haus und Peters Wachablösung kam erst in fünf Stunden. Doch was wenn sie doch nicht alleine war? Und was sollte er dann zu ihr sagen? Sein Herz fing an zu klopfen. Vorsichtig schlüpfte er durch die Gitterstäbe und flitzte den Kiesweg entlang zum Eingangstor. Er musste es einfach jetzt riskieren…
Er verwandelte sich zurück in seine Menschenform und klopfte mit dem Türklopfer und die Tür. Doch als er den Türklopfer losließ, bereute er es schon wieder. Was wenn doch noch jemand außer Flora zuhause war? Die Tür öffnete sich einen Spalt und Peters Herz fing wieder an zu hüpfen, als er Floras roten Haarschopf sah. „Anoquey!“ rief sie erstaunt und wendete nervös ihren Kopf hin und her, um nachzusehen ob sonst noch jemand da war. „Was magst du den ´ier?“ „I..ich wollte…wollte… dich nur mal besuchen kommen“ Flora lächelte und lies ihn herein. Er folgte ihr durch die prunkvolle Eingangshalle hinunter in eine kleine Küche.
Dort war bereits ein kleiner Hauself eifrig am werkeln. „Anoquey, darf isch vorstellen, das ist Dobby“ Dobby hörte auf das Silberbesteck zu polieren und sah nervös auf. „Es ist Dobby eine Ehre“ piepste der Hauself und verbeugte sich tief. „Voilà… das ist meine Arbeitsplatz“ rief Flora und wie mit ausladender Geste auf die Küche. „Isch kann swar nischt sondlich gut kochen, aber ische ´elfe Dobby wo isch nur kann“
Peter lies seinen Blick schweifen. Die Küche mochte zwar klein sein, doch sie war trotzdem, wie alles in diesem Haus, das teuerste vom teueren. Die dunklen Arbeitsplatten glänzten blitzblank und in den Glasschränken standen Unmengen an goldenen und silbernen Kelchen, die allesamt mit dem Familienwappen der Malfoys geprägt waren.
In der Ecke sah er etwas, was aussah wie ein Haufen, alter ausrangierter Decken und einen großen Koffer. „Flora?“, fragt er. „Schläfst du etwa hier?“ „Ja“ antwortete Flora etwas leicht betreten. „Aber die Malfoys müssen doch total viele freie Zimmer haben, bei der Größe des Hauses. Da werden die doch noch ein anständiges Zimmer für dich haben?“ „J… Ja … nun ja….“ Stotterte Flora. „´aben sie ja abe´… Isch bin ja nischt sum Vergnügen ´ier, oder?“ Wurmschwanz schüttelte den Kopf. Flora wurde also nicht nur auf Todessetreffen behandelt wie ein Stück Dreck. Sie musste vor dem Kamin schlafen, wie Aschenputtel, eine Figur aus einem Muggelmärchen, das er als kleiner Junge gelesen hatte.
„Warum bist du ´iergekommen?“ fragte Flora. „I..ich wollt dich mal treffen. Außerhalb der Todessertreffen, weißt du…“ Peter versuchte beiläufig zu klingen, und nicht als hätte ihn dies große Überwindung gekostet. „Wie geht’s dem kleinen Draco?“, fragte er zur Ablenkung. „Es geht ihm serr gutt“ „Hoffentlich wird er mal nicht so wie sein Vater“, sagte Wurmschwanz. Doch Lucius Malfoy war, im Gegensatz zu anderen Todessern, noch moderat. Flora reichte ihm ein Stückchen Teegebäck, dass zum auskühlen auf einem Gitter gelegen war.
„Harry geht es auch gut. Er greift nach allem, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Lily hat deswegen schon unzählige Haare verloren“ Peter lachte nervös. Er hatte Harry wirklich gerne. Jedes Mal, wenn er bei Lily und James zu besuch war, spielte er mit ihm. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er eine Gefahr für den dunklen Lord darstellte. Vielleicht in achtzehn Jahren, wenn er Hogwarts abgeschlossen hätte, aber doch nicht jetzt. Er konnte doch noch nicht einmal laufen oder sprechen. Und doch wollte der dunkle Lord Harry am liebsten schon jetzt tot sehen.
Peter hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen, wenn er mit Harry spielte und zwei Stunden später auf ein Todessertreffen ging und dem dunklen Lord Informationen über den Orden gab. Er hatte zwar den dunklen Lord im Glauben gelassen, dass der Geheimniswahrer der Potters Dumbledore und nicht Sirius war(wie er das geschafft hatte war ihm schleierhaft), doch es war nur eine Frage der Zeit, bis Voldemort die Wahrheit herausfand. Sirius war zwar um einiges besser in Magie als er, doch Wurmschwanz war sich sicher, dass selbst Sirius einer stundenlangen Folter nicht standhalten würde. Was er brauchte war ein unsichtbarer Schutzzauber, der Harry beschützte, wenn Voldemort tatsächlich angreifen würde…
Er war sich sicher, dass die Druidenmagie da einige Möglichkeiten besäßen, aber er konnte Flora doch nicht schon wieder um einen Gefallen bitten…
„´ärry ist jetz sischer, jetzt da Dumbleudore der Ge´eimniswahrer ist“ beruhigte ihn Flora. „Ist nischt Dumbleudore der, den Voldümor am meisten fürschtet?“ Peter sah nervös auf den Boden: „Ja“, sagte er leise „Ja, da hast du Recht“ Flora sah ihn an. Dann sagte sie leise. „Isch ´abe letzte Nacht etwas gelesen, was ´elfen könnte…
„Nein!“ rief Wurmschwanz, etwas heftiger als er erwartet hätte. „Ich will nicht, dass du dich da noch weiter reinhängst. Das ist viel zu gefährlich. Merkst du nicht, dass der dunkle Lord dich nur benutzt, damit er weiter Informationen aus mir herausquetschen kann?“
Flora sah ihn an. Dann ging sie langsam auf ihn zu und umarmte ihn. Peter brach schluchtsend zusammen. „D..du.. bist die einzige die mich versteht im Moment. Du bist die e..einzige die mich ernst nimmt. D..du bist die einzi… einzige, die mich nicht…die mich nicht wie Dreck behandelt.“
Flora zog Wurmschwanz näher an sich heran und streichelte zärtlich seinen Rücken. „Es wird sisch alles sum Guten wenden, Anoquey. Glaub misch.“ Peter zitterte. „Der dunkle Lord terrorisiert unsere Welt schon seit zehn Jahren. Warum sollte sich daran irgendwas ausgerechnet jetzt ändern? Warum Harry?“
Wurmschwanz sah auf und sah in Floras Gesicht. Auch in Floras Augen hatten sich Tränen gebildet. „Ich will nicht, dass dir was passiert“, flüsterte er. Sein Kopf bewegte sich langsam auf Flora zu „I.. ich..“, flüsterte er. Doch weiter kam er nicht. Er wollte so sehr die drei kleinen Worte ‚Ich liebe dich’ herausbringen, doch seine Lippen versagten ihm den Dienst. Sein Herz klopfte, als wollte es ihm gleich aus der Brust springen. Er hatte noch nie eine Frau geküsst. Doch bestimmt hatte Flora für ihn nicht die Gefühle, die er für sie hatte. Floras Gesicht kam immer näher. Sie schloss ihre Augen und spitzte leicht ihre Lippen… Ihre Gesichter waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt.
„Nein“, rief Wurmschwanz und stieß sich von ihr ab. „Ich kann nicht. Ich darf nicht…“ Er sank auf den Boden.
„Anoquey“ flüsterte eine Stimme an seinem Ohr. „Isch weiß, dass es nischt leicht für disch ist.“ Er spürte ihre weichen, warmen Hände an seinem Rücken. „Aber es nütscht ´ärry nischt, wenn du nur disch selbst bemitleiden. Lass disch ´elfen.“ Die warmen Hände an seinem Rücken waren verschwunden. Peter drehte sich nach Flora um. Sie war zu ihrem Deckenlager gekommen und kramte in ihrem Koffer.
Wir hoffen, dass dir unser Forum gefällt und du dich hier genauso wohlfühlst wie wir.
Wenn du uns bei der Erhaltung des Forums unterstützen möchtest, kannst du mit Hilfe einer kleinen Spende dazu beitragen,
den weiteren Betrieb zu finanzieren.
Deine Spende hilft!
Spendenziel: 75€
0%
Optionen
Legende: Administration ~ Moderation ~ Mini-Moderation ~ Nutzende mit den größten Zugriffsrechten