Nach kurzer Zeit kam Flora mit einem in Leder gebunden Buch zurück. Es schien sehr alt zu sein. Auf dem Einband waren nur ein paar komische Runen zu sehen, die er noch nie gesehen hatte.
„Isch weis nischt, ob es wirklisch funktionieren wird.“, sagte Flora und fing an in dem Buch zu blättern. „Abe´ wir ´aben sonst keine Chance. Für alle anderen Sauber muss man dafür vor Ort sein.“ Die Schrift in dem Buch waren ebenfalls diese komischen Runen, die schon auf dem Einband waren. „Flora“, fragte Peter. „Kannst du das lesen?“ Flora sah ihn kurz an. „Natürlisch kann isch das leysen, das ist drudonisch. Mein Mutter war ein Druidin und ´att uns die drudonische Sprache schon gelernt, seit wir waren klein.“
Sie hielt bei einer Seite inne und fuhr mit dem Finger über die Zeilen und murmelte leise und gedankenverloren: „Ivycuby tri“ Dann sah sie Wurmschwanz an. „Die Magie der Druiden ist dieselbe Magie, wie der der Köbolde und der `auselfen. Vor vielen Jahren schlossen die Ober´äupter dieser drei Arten eine Allianz und beschlossen sisch gegenseitig su ´elfen. Die Allianz ´alf den Mitgliedern der Allianz in Not oder schwachen Wesen, die von bösen Kreaturen ausgenutzt wurden. Ivycuby tri bedeutet ‚Unsterblische Drei’, da diese Allianz für immer gelten sollte, egal was für Gesetze die Sauberer beschlossen. Dieser Sauberspruch muss von drei Personen aus der Allianz geschlossen werden. Er beschützt eine andere Person auf den diese Spruch übertragen wird, vor den meisten Flüschen, auch wenn niemand von den drei dabei ist. Am besten wirkt der Spruch natürlisch, wenn ein Kobold, ein Druide und ein `auself dabei ist. Dann kann der Spruch sogar vor die Todesfluch schützen. Aber er funksioniert auch wenn ihn drei Druiden spreschen, allerdings nischt so stark. „Aber ich bin kein Druide“, sagte Wurmschwanz betreten. „Du bist eine Druidin und Dobby ist ein Hauself. Aber ich kann euch nicht helfen, weil ich weder ein Druide noch ein Kobold bin.“
„Desweygen weis isch auch nischt, ob es funktionieren wird“, sagte Flora nachdenklich. „Abe´ isch ´abe ge´ört, das auch schon diese Spruch mit nur swei von der Allianz und einem Sauberer geschlossen wurde. Die Wirkung ist abe´ viel schwächer dann.“ „Ich weis nicht“, fing Wurmschwanz nervös an. „Abe´ es gibt etwas, was diesen Sauber stärkt“, sagte Flora. „Was denn?“, fragt Wurmschwanz neugierig. „Es ist Liebe.“ Peter spürte wie er klitschrot wurde. Ahnte Flora etwas von seinen Gefühlen zu ihr? „M..meinst du so w..wie wenn Mann und Frau…“, stotterte es. „Nischt nur das“, sagte Flora. „Es gibt auch Mutterliebe. Oder freindschftlische Liebe…“ Peter nickte. Er wusste, dass Lily ihren Harry abgöttisch und bedingungslos liebte, doch er wusste nicht, wie das bei diesem Zauber nützen sollte. „Einen Versuch ist es wert ode´? Wir ´aben sonst keine anderen Möglischkeiten.“ Wurmschwanz schluckte. Er nickte wieder. „Lasst es uns versuchen. Wo ist Dobby hin?“
Sie fanden Dobby nach einigen Suchen im großen Schlafzimmer der Malfoys, wo er die Betten neu bezog. Als Peter und Flora eintraten erhob er neugierig seine Fledermausohren. Er war gerade dabei das Kissen zu beziehen und sah dabei aus wie ein Gespenst mit Elfenkopf. „Döbby, dürfen wir disch um einen Gefallen bitten?“, begann Flora. „Gefallen?“, fragte Dobby, „Was für einen Gefallen kann Dobby, denn für Miss Flora tun?“ „Wir brauchen deine Hilfe Dobby, bei einem Zauber“ machte Wurmschwanz weiter. Dobby knöpfte die Knöpfe des fertig bezogenen Kissens zu und sprang vom Bett. „Hilfe, bei einem Zauber? Noch ist Dobby um Hilfe bei einem Zauber gebeten worden. Noch nie.“ Dobby fing an zu schluchzen und schnäuzte in seinen Kissenbezug, den er trug. „Dobby fühlt sich sehr geehrt“, „Es ist ein Sauber um ´ärry Potter zu schützen“, sagte Flora. „Aber etwas ist total wichtig“ fuhr Wurmschwanz fort. „Du darfst es niemanden erzählen. Wirklich niemanden. Nicht einmal Mr. Malfoy.“ Dobby hörte auf, vor Rührung zu schluchzen und sah Peter und Flora mit Angst in seinen großen Augen an. „Aber Dobby darf seine Meister niemals belügen. Das darf Dobby einfach nicht. Sonst muss Dobby sich bestraften.“ Mit glasigen Augen starrte er auf das Nachtkästchen neben dem Bett. „Dobby darf nicht einmal daran denken… böser Dobby… böser Dobby“ Er schlug mit seinem Elfenkopf gegen das harte Holz des Nachttisches. „Döbby, nischt, ´ör auf.“, rief Flora erschrocken und zog Dobby vom Nachttisch weg. Dobby stolperte und setzt sich kurz auf den Boden, doch dann stand er wieder auf und schlug unbeirrt weiter seinen Kopf gegen den Bettrahmen. „Döbby du musst gegen diese Fluch ankämpfen, die disch und deine Artgenossen umgibt.“, rief Flora gegen das unablässige ‚Klonk’ das immer erklang, wenn Elfenkopf auf Holz traf. „´ärry Potter ist einer Profeseiung zufolge die einzige Mensch, der den dünklen Lord besiegen kann. Und wenn die dünkle Lord besiegt ist, können bessere Elfengesetze durschgesetzt werden. Dann kann Dobby frei sein.“ Dobby hörte auf, seinen Kopf gegen die Bettkante zu stoßen. „Dobby kann frei sein? Aber Dobby kann niemals frei sein. Dobby muss seinem Gebieter dienen, bis zum Tod.“ „Nischt wenn dir deine Meister Kleidung schenkt“, warf Flora ein. Dobby sah auf. Dann sah er rasch auf seine Füße, biss sich auf seine Lippen und schien zu überlegen. Seine Bindung, die ihn an seine Meister band hielt ihn zurück, doch Dobby war ein ziemlich neugieriger Hauself und der Ruf nach Freiheit (obwohl er nicht wusste was das sein soll) lies ihn nicht mehr los. Schließlich nickte er langsam. „Dobby versucht es“, sagte er. „Aber Dobby muss sich nachher bestrafen.“ Flora zuckte zusammen, als hätte sie eindeutig was dagegen, doch schließlich nickte sie resigniert. Gegen den Fluch der Hauselfen konnte man schließlich nichts machen. „Wenn es ünbedingt sein müss. Abe´ die Malfoys dürfen nix merken.“
Als sie wieder unten in der Küche der Malfoys waren, wies Flora sie an sich im Dreieck mit dem Gesicht zueinander aufzustellen. Sie schnippste und murmelte leise “Leva“ und das Buch stieg langsam vom Boden bis Augenhöhe und blieb dann ruhig vor ihr schweben.
„Also“, sagte sie leise und las kurz die Anweisung im Buch nach. „Ihr müsst eire starke ´and ausstrecken und auf meine legen.“ Sie streckte ihre rechte Hand aus. „Die starke Hand?“, fragte Wurmschwanz. „Die starke ´and. Mit der du auch deine Sauberstab ´älst.“ Peter nickte und legte sachte seine linke Hand auf Floras. Dobby wiederrum legte seine rechte Hand auf Peters und Floras Hand. „Du bist Links´änder?“, fragte Flora interessiert. Peter bejahte.
Flora räusperte sich und begann auf einer ausländischen Sprache zu sprechen. Peter hatte diese Sprache noch nie gehört, doch ihm war klar, dass es drudonisch sein musste. „Dot etu versita, yelat vymi. Par evolia, ivycuby tri“ Peter fühlte wie ihre Hände vibrierten. Aus ihren Fingerspitzen kam ein feiner blauer Strahl, wie Peter ihn von Flüchen her kannte, nur viel feiner. Er kreiste wie ein blauer Bindfaden, der von einer unsichtbaren Hand geführt wurde um die Hände der drei herum.
„Jetzt ihr“, sagte Flora. Panik stieg in Peter hoch. Er war ein Zauberer und konnte diesen blauen Stahl nicht mit seinen Fingern fabrizieren. Was sollte er stattdessen tun? Doch zum Glück sah Flora zuerst Dobby an. „´ab keine Angst Döbby. Spresch misch einfach nach. Dobbys Stimme klang etwas unsicher, als er die Formel aussprach, doch trotzdem kam auch aus seinen Fingern der feine blaue Strahl. Dobbys Strahl wickelte sich ebenfalls um ihre Hände, vermischte sich mit Floras Stahl. Peter konnte die angenehme Wärme spüren, die die Stahlen ausströmten. Dadurch fühlte er sich gleich ein bisschen sicherer, wohler, warmer, geborgener…
„Jetzt du“, sagte ihm Flora. Peter holte mit seiner freien Hand seinen Zauberstab aus seinem Umhang und legte ihn auf die drei Hände. Sicher ist sicher. „Dot etu versita“, begann Flora. „D..dot etu versita“, wiederholte Wurmschwanz. „Yelat vymi“ Auch da wiederholte Wurmschwanz brav. Mit Freuden bemerkte er, dass das Gefühl, das die Strähle von Dobby und Flora an seinen Fingerspitzen verursachte, langsam in ihm ausbreitete. Er wusste nicht woher das Gefühl kam, aber es breitete sich langsam, aber sicher in seinem ganzen Körper aus. Er wusste nicht warum, aber er wusste, dass der Zauber gelingen würde. „Par evolia, ivycuby tri.“ Die Worte sprudelten aus Wurmschwanz Mund, bevor sie Flora gesagt hatte.
Aus der Spitze seines Zauberstabs brach der Strahl heraus. Er hatte dieselbe Farbe und dieselbe Konsistenz wie die Strähle von Flora und Dobby und er wickelte sich ebenso und ihre Hände.
Die drei Strähle vermischten sich und begannen ein immer dichteres Netz aus blauen Fäden zu bilden. Das Gefühl hatte sich in Wurmschwanz ausgebreitet und begann ihn, wie ein Regenfass, das im Regen steht aufzufüllen. Er hätte vor Freude am liebsten losgelacht.
„Und jetzt noch mal alle susammen“, befahl Flora. „Dot etu versita…“ Der Zauber wird klappen. Er wird Harry retten. „Yelat vymi…“ Sirius würde nie auf die Idee kommen, das Geheimnis zu verraten. Niemand der Todesser wusste, dass er sich als Hundeanimagus perfekt tarnen und verstecken konnte. „Par evolia…“ Er sollte Dumbledore alles erzählen… auch von Flora erzählen... dann würde Dumbledore sie alle verstecken. Der dunkle Lord würde kein Sterbenswörtchen mehr von ihm erfahren. „Ivycuby tri…“ Der Lord müsste sich einen anderen Informanten suchen… anderen Informanten suchen…anderen Informanten suchen… Alles würde gut werden…
Die Strähle hatten eine Kugel gebildet, die wie eine riesige Wasserblase ihre Hände umschlang, immer symmetrischer wurde und sich unablässig um sich selbst drehte. Peter, Dobby und Flora lösten die Hände voneinander, doch die Kugel blieb in der Mitte stehen.
Flora pflückte die Kugel aus der Luft wie einen reifen Apfel und war zufrieden mit dem Ergebnis. „Jetzt musst ihn du nosch auf ´ärry übertragen.“ sagte Flora zu Wurmschwanz und beschreib ihm kurz, was er dabei zu machen hatte.
Peter verstaute die Kugel sicher in seinem Umhang. Jetzt wo die Wirkung des Zauber langsam verebbte, fühlte er sich wieder unsicher und ungelenk wie vorher.
„D..danke“, Flora sagte er leise. „Wenn es je etwas gibt, was ich für dich tun kann…“ Flora winkte ab. „Weis isch doch. Mir wird schon irgenwann was einfallen.“ Sie zwinkerte ihm zu.
Durch das Zwinkern verunsichert wannte sich Wurmschwanz zum Gehen. Flora begleitete ihn zum Tor. „Eine fröhlische Wache noch“, sagte sie und küsste ihn auf beide Wangen. Unsicher, ob Flora jetzt ‚Wache’ oder ‚Woche’ meinte tarnte sich Peter wieder als Ratte und wartete versteckt in den Zweigen der Hecke auf seine Wachablösung.
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